Wohl jede/r von uns hat schon einmal erlebt, wie sich eine Aktivierung des Immunsystems auf unser Wohlbefinden und auch die Schmerzempfindlichkeit auswirken kann, etwa wenn eine Grippe „im Anflug“ ist, Kopf und Glieder weh tun und die Stimmung im Keller ist. Ähnliche Effekte können auch nach Verletzungen, Operationen und verschiedenen entzündlichen Erkrankungen beobachtet werden, weshalb wir seit ca. 10 Jahren zusammen mit den weiteren Arbeitsgruppen am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie an der Frage arbeiten, wie genau solche systemischen Entzündungsprozesse die Schmerzsensitivität und das psychische Wohlbefinden beeinflussen. Wir setzen hierzu ein experimentelles Entzündungsmodell ein, das uns erlaubt, solche entzündungsassoziierten Symptome im Labor zu untersuchen.

Durch den SFB bietet sich nun die einmalige Möglichkeit, die Rolle von Erwartungen auf entzündungsassoziierte Symptome genauer zu analysieren. Dahinter steht die Frage, inwieweit die Krankheitssymptome – und möglicherweise auch die zugrundeliegenden immunologischen Prozesse – durch Erwartungen beeinflusst werden.

Ich bin sehr glücklich, dass wir im letzten Jahr ein Team gewinnen konnten, in dem die fachlichen Hintergründe und Interessen vertreten sind, um diese komplexen Fragen zu beantworten: Die Psychologin und Doktorandin M. Sc. Justine Schmidt, die Infektiologin und Clinician Scientist Dr. med. Johanna Reinold und unsere studentischen MitarbeiterInnen Jonas Biel, Lisa Wester und Lukas Schlüter kümmern sich gemeinsam um die Durchführung der Experimente, die Verarbeitung der Laborproben und vor allem um unsere ProbandInnen, fachlich und praktisch unterstützt von vielen weiteren Kolleginnen und Kollegen.

Bild 4Bild 5Ausgerechnet inmitten einer Pandemie ein Projekt zum Immunsystem und zu entzündungsassoziierten Krankheitssymptomen zu starten, war natürlich eine riesige Herausforderung. Statt des Projektstarts stand für uns zunächst eine Pause durch den Lockdown an. Diese konnten wir letztlich gut nutzen, um alle notwendigen Anpassungen und Vorbereitungen für die Studie zu schaffen – und auch wenn wir uns in der Phase nur virtuell treffen konnten, hat dies sicherlich dazu beigetragen, als Team zusammenzuwachsen. Inzwischen läuft das Projekt auf „Hochtouren“. In den vergangenen Monaten blieb zwischen den langen Studientagen immer wieder ein wenig Zeit und Luft für Austausch und Besprechungen.
Ein vorweihnachtlicher Weihnachtsmarktbesuch sollte diesen so wichtigen und bereichernden persönlichen Austausch intensivieren und wir haben uns alle sehr darauf gefreut. Auch wenn das in diesem Jahr nicht möglich ist, werden wir in den anstehenden Weihnachtstagen als Team auf ein erfolgreiches wie herausforderndes Jahr zurückschauen.