Standort Essen: „Wenn Haut und Psyche interagieren“

Unsere interdisziplinäre dermatologisch-psychologische Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Essen ist noch sehr jung und besteht in der Form erst seit der Bewilligung des SFB/TRR 289 im vergangenen Jahr.

Im Vorfeld gab es jedoch bereits eine langjährige erfolgreiche Kooperation zwischen dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie und der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie im Rahmen derer bisher vor allem Untersuchungen zu Placebo-Reaktionen in der Wundheilung und zu Konditionierungsprozessen von allergischen Reaktionen durchgeführt wurden.

UKEInstitutMedPsych

 

 

Ich freute mich sehr, als Prof. Manfred Schedlowski und ich unsere Zusammenarbeit Anfang 2018 starteten und begannen unser SFB-Teilprojekt gemeinsam wissenschaftlich vorzubereiten. Die Placebo-Forschung passte dabei thematisch sehr gut zu meinen bisherigen wissenschaftlichen Interessen: In meiner Dissertation untersuchte ich die Optimierung von impliziten Lernprozessen durch die transkranielle Gleichstromstimulation und in der Hautklinik führte ich Studien zur Untersuchung von psychologischen Einflussfaktoren der Psoriasis durch.

Nach der Bewilligung des SFB im Juni 2020 bauten Prof. Schedlowski und ich unsere Arbeitsgruppe auf, die aktuell im Kernteam neben uns Projektleitern aus unserer Psychologie-Doktorandin Stefanie Hölsken, unserem Clinician Scientist Dr. Frederik Krefting, unserer Doktorandin Lea Schneider und unserem Studienkoordinator Felix Testroet besteht. Weitere Kollegen aus der Hautklinik und dem Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie unterstützen unsere Gruppe projektbezogen.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf der Erforschung der Zusammenhänge von Haut, Psyche, Placebo- und Nocebo Mechanismen (insbesondere Erwartung und assoziative Lernprozesse) und dem Immunsystem.

In unserem SFB-Teilprojekt untersuchen wir im Speziellen die durch Erwartungen induzierte Placebo-Antwort in Bezug auf Schmerzen, Juckreiz und die Lebensqualität von Psoriasis Patienten.
Unser kleines Team ist stets hochmotiviert und schreckt auch vor heroischen Selbstversuchen nicht zurück: Um ein neues Experiment zur experimentellen Untersuchung von anti-histaminergen Konditionierungs- und Erwartungseffekten vorzubereiten, führten wir mehrmals hintereinander stark juckende Histamin-Prick-Tests an uns selber durch. Dabei entstand das Foto.

Da sich unsere Arbeitsgruppe inmitten der Corona-Pandemie formierte, gab es bisher kaum Gelegenheiten für persönliche Treffen, sei es im offiziellen oder inoffiziellen Rahmen. Es existiert aus diesem Grund noch nicht mal ein richtiges Gruppenfoto, auf dem alle Teammitglieder zu sehen sind. Die meisten Meetings mussten digital stattfinden, was natürlich sehr schade ist- aber wir haben das Beste daraus gemacht. In unseren regelmäßigen Team-Besprechungen wird trotz des digitalen Settings immer viel gelacht. Als ich in Corona-Quarantäne war organisierte das Team extra eine abendliche ZOOM-Konferenz um mich mit Geschichten aus der Klinik aufzuheitern. 

A11 Gruppenbild NL02 2021

Vor Weihnachten haben wir uns per ZOOM getroffen und zusammen Glühwein getrunken und Kekse gegessen, die vorher an die Kollegen verteilt wurden.