Der Podcast für gute Kommunikation in der Medizin zeigt in seiner zweiten Staffel, wie Verständigung auch in herausfordernden Behandlungssituationen gelingen kann

Wie kann gute Kommunikation Medizin besser machen? Darüber sprechen Moderator Philipp Blömecke und die Initiatoren des Podcasts, Prof. Katja Wiech, Prof. Ulrike Bingel und Prof. Sven Benson (im Uhrzeigersinn), mit wechselnden Fachleuten.
Wie beeinflusst Kommunikation den Erfolg medizinischer Behandlungen? Was Behandelnde sagen und wie sie es tun, aber auch die Gesprächssituation und das Umfeld prägen die Erwartungen von Patientinnen und Patienten. Diese Erwartungen können wiederum beeinflussen, wie eine Behandlung erlebt wird und wie gut sie wirkt.
Genau dies ist das zentrale Thema im Podcast „Wirkstoff Wort“ des Sonderforschungsbereichs 289 „Treatment Expectation“ (Behandlungserwartung). Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Medizin, Psychologie und anderen Gesundheitsberufen beleuchtet das Podcast-Team, wie gute Kommunikation im medizinischen Alltag gelingen kann und was die Forschung darüber weiß.
Besondere Herausforderungen im Blick
In der ersten Staffel standen grundlegende Fragen der medizinischen Kommunikation im Mittelpunkt: Was macht gutes Zuhören aus? Wie lassen sich medizinische Informationen verständlich vermitteln? Wie spricht man über Risiken und Heilungschancen? Und wie können unterschiedliche Erwartungen und Behandlungsziele miteinander in Einklang gebracht werden?
Die zweite Staffel knüpft daran an und richtet den Blick auf besondere Herausforderungen in der medizinischen Praxis. Wie gelingt Verständigung, wenn Menschen unterschiedliche kulturelle Vorstellungen von Krankheit, Gesundheit und medizinischer Behandlung mitbringen? Wie können Behandelnde und Patientinnen und Patienten gemeinsam gute Therapieentscheidungen treffen? Welche Rolle spielt Kommunikation in der Palliativmedizin und in der Pflege?
Was eine gute Kommunikation in der Medizin im Alltag und in besonderen Situationen tatsächlich ausmacht, besprechen die ExpertInnen mit der Moderation von Philipp Blömeke in „Wirkstoff Wort“ an jedem 3. Donnerstag im Monat. „Wir zeigen, wie gute Kommunikation in der Medizin gelingen kann – und wie selbst kleine Veränderungen einen großen Unterschied für das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten und deren Behandlung haben können“, verspricht die Psychologin Katja Wiech, Projektleiterin im Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“.
Der Podcast „Wirkstoff Wort“ richtet sich in erster Linie an Pflegekräfte, ÄrztInnen, TherapeutInnen, ApothekerInnen und medizinische Fachangestellte – also an alle, die Patienten und Patientinnen auf deren Weg zu mehr Gesundheit begleiten. Aber auch alle anderen, die wissen möchten, was gute Gespräche in der Medizin ausmachen, finden hier Anregungen und konkrete Ideen.
„Wirkstoff Wort“ ist über die Webseite des Sonderforschungsbereichs und auf allen gängigen Podcastplattformen verfügbar.
Dies sind die Themen und Termine der zweiten Staffel:
15.10.2026: Wirkstoff Wort – Rückschau und Ausblick
Im Gespräch mit Prof. Dr. Ulrike Bingel, Prof. Dr. Katja Wiech, Prof. Dr. Sven Benson, alle von der Universitätsmedizin Essen
Das Podcast-Team blickt zum Auftakt der zweiten Staffel gemeinsam zurück auf die ersten fünf Folgen „Wirkstoff Wort“: Was haben wir aus den ersten Folgen gelernt? Welche Erkenntnisse sind besonders wichtig für den medizinischen Alltag? Und gibt es vielleicht schon so etwas wie ein kleines Rezept für gute Kommunikation? Außerdem geben die ExpertInnen einen Ausblick auf die kommenden Themen und Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“.
19.11.2026: Mehr als eine Frage der Sprache – Interkulturelle Kommunikation in der Medizin
Im Gespräch mit Dr. med. Ebru Yildiz, Leiterin des Westdeutschen Zentrums für Organtransplantation, Universitätsmedizin Essen
Was passiert, wenn Behandelnde und Patientinnen oder Patienten nicht dieselbe Sprache sprechen? Und was, wenn unterschiedliche Vorstellungen von Krankheit, Behandlung oder der Rolle von Ärztinnen und Ärzten aufeinandertreffen? Gemeinsam mit Dr. med. Ebru Yildiz sprechen Katja Wiech und Philipp Blömeke darüber, wie kulturell geprägte Erwartungen medizinische Begegnungen beeinflussen – sowohl dort, wo sprachliche und kulturelle Unterschiede offensichtlich sind, als auch dort, wo wir ganz selbstverständlich von einem gemeinsamen Verständnis ausgehen. Ebru Yildiz zeigt, wie wir diese Barrieren erkennen und überwinden können.
17.12.2026: Gemeinsam entscheiden – Shared Decision-Making als kommunikative Chance
Im Gespräch mit Prof. Dr. Friedemann Geiger (Leitung Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Professur für Psychologische Diagnostik, Medical School Hamburg, sowie Professor für Shared Decision-Making und Patientenorientierte Transformation an der Medical School Hamburg) & Prof. Dr. Anne Letsch (Leitung Onkologisches Zentrum an der Klinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Vorstand Universitäres Cancer Center Schleswig-Holstein)
In klinischen Behandlungskontexten gibt es eine strukturelle Herausforderung: PatientInnen müssen Entscheidungen treffen und mittragen, für deren Grundlage ihnen allerdings oft das medizinische Wissen fehlt. Und das behandelnde Personal wiederum hat die fachliche Perspektive, aber oft nur wenig Wissen über die Lebensrealitäten, Wünsche und Erwartungen der PatientInnen. Wie Shared Decision-Making, also die geteilte Entscheidungsfindung, dieses Problem löst und ganz nebenbei noch ein Goldstandard der medizinischen Kommunikation werden soll, berichten Friedemann Geiger und Anne Letsch.
21.1.2027: Wenn Heilung nicht mehr das Ziel ist – Kommunikation in der Palliativmedizin
Im Gespräch mit Prof. Sven Gottschling, Chefarzt des Zentrums für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie, Universitätsklinikum des Saarlands, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Kinder-Hämatologie und Onkologie
Wie spricht man mit Menschen über eine schwere Erkrankung, wenn Heilung möglicherweise nicht mehr erreichbar ist? Wie lässt sich Hoffnung vermitteln, ohne falsche Erwartungen zu wecken? Und wie geht man mit Ängsten, schwierigen Fragen und dem Wunsch nach ehrlichen Antworten um? In der Palliativmedizin ist Kommunikation von besonderer Bedeutung. Gemeinsam mit Sven Gottschling sprechen wir darüber, wie Gespräche auch in existenziell belastenden Situationen Orientierung, Vertrauen und Zuversicht schaffen können.
18.2.2027: Nah am Menschen – Kommunikation in der Pflege
Im Gespräch mit Andrea Schmidt-Rumposch, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied an der Universitätsmedizin Essen
Pflegekräfte verbringen oft besonders viel Zeit mit Patientinnen und Patienten. Sie erleben Sorgen und Unsicherheiten unmittelbar, beantworten Fragen und begleiten Menschen durch schwierige Behandlungssituationen. Welche besondere Rolle spielt die interprofessionelle Kommunikation in der Pflege? Wie können Pflegekräfte Vertrauen aufbauen, Erwartungen beeinflussen und Patientinnen und Patienten unterstützen? Und welche Herausforderungen entstehen, wenn im Arbeitsalltag nur wenig Zeit für Gespräche bleibt? Über diese Fragen sprechen Sven Benson und Philipp Blömeke mit Andrea Schmidt-Rumposch, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied der Universitätsmedizin Essen.
Ein Podcast für Healthcare-Professionals – und alle, die mit Kommunikation in der Medizin zu tun haben
Der Podcast „Wirkstoff Wort“ richtet sich in erster Linie an Pflegekräfte, ÄrztInnen, TherapeutInnen, ApothekerInnen und medizinische Fachangestellte – also an alle, die Patienten und Patientinnen auf deren Weg zu mehr Gesundheit begleiten. Aber auch alle anderen, die wissen möchten, was gute Gespräche in der Medizin ausmachen, finden hier Orientierung und konkrete Ideen.
„Wirkstoff Wort“ ist hier auf dieser Webseite eingebunden und auf allen gängigen Podcastplattformen verfügbar.
Folgende Themen aus der ersten Staffel können Sie noch nachhören:
- Warum ist Kommunikation in der Medizin so wichtig? Darüber sprechen in der Auftaktfolge die drei GründerInnen Prof. Wiech, Prof. Bingel und Prof. Benson gemeinsam mit dem Moderator Philipp Blömeke.
- Die Kunst des Zuhörens. Wie wird aus Hören ein zugewandtes Zuhören?
Dr. Regine Heiland (klinische Psychologin und Psychotherapeutin und geschäftsführende Gesellschafterin des Beratungsunternehmens „Elbdialoge“) - Laienverständliche Sprache. Wie können PatientInnen medizinische Befunde leichter verstehen und ihr Mitspracherecht besser nutzen?
Dr. med. Anja Bittner (Ärztin, Gründerin von washabich.de) - Kommunikation mit Zahlen. Welche Fallstricke gibt es bei der Vermittlung von Risiken, Heilungschancen und Nebenwirkungen?
Prof. Tobias Kube (klinischer Psychologe und Psychotherapeut) - Zielkonflikte in der Behandlung. Wie lassen sich unterschiedliche Ziele und Erwartungen klären?
Dr. Jule Frettlöh (klinische Psychologin und Psychotherapeutin):