Aktuelles

Ständig gibt es Neues zu berichten: Die beteiligten Teams des SFB/TRR 289 suchen MitarbeiterInnen oder StudienteilnehmerInnen, halten Vorträge und publizieren ihre Ergebnisse. Nehmen Sie am wissenschaftlichen wie öffentlichen Diskurs teil. Von Studienaufrufen über Berichte in den Medien bis hin zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen – hier entdecken Sie, was den Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ aktuell beschäftigt.

SFB/TRR 289 auf dem Selbsthilfetag in Essen

SFB/TRR 289 auf dem Selbsthilfetag in Essen

Am Samstag den 21. Mai findet von 10 bis 16 Uhr der 2. Selbsthilfetag im Universitätsklinikum Essen, im Lehr- und Lernzentrum an der Virchowstraße 163a, 45147 Essen statt.

Prof. Ulrike Bingel informiert hier mit einem Vortrag zum Thema: "Placebo- und Nocebo-Effekt: Wie die eigene Erwartung die Behandlung beeinflusst".
Zusätzlich erwarten Sie ein persönlicher Austausch sowie Mitmachaktionen an unserem SFB/TRR 289-Stand 

Jede/r ist hier herzlich willkommen! Bei Interesse melden Sie sich bitte an unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0201 723 8188.

Das vollständige Programm ist hier einsehbar.

New Publication: Even when you know it is a placebo, you experience less sadness: First evidence from an experimental open-label placebo investigation

New Publication: Even when you know it is a placebo, you experience less sadness: First evidence from an experimental open-label placebo investigation

A research group associated with the SFB/TRR 289 investigated the effects of placebos in the area of sadness.

The result of the study was published in the Journal of Affective Disorders on May 1, 2022,under the title "Even when you know it is a placebo, you experience less sadness: First evidence from an experimental open-label placebo investigation".

You can read the full publication on ScienceDirect.

Virtual Webinar Series „Treatment Expectation“ 2022 for Scientists – Register now!

Virtual Webinar Series „Treatment Expectation“ 2022 for Scientists – Register now!

Accompanying the SFB/TRR289, we also offer in 2022 a webinar series with scientific lectures by internationally renowned researchers.

All lectures will be given online and participation is free. The talks are geared towards a scientific audience and will be held in English.

The full program can be downloaded here.

If you would like to attend individual webinars or the full program, please register at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
We would be very pleased if you could write a few words about your scientific background and why you would like to attend the webinars.

If you have any questions or requests, please email us at Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! or call +49 201 723-5203 (Detlef Pucher).

Ist Long Covid auch ein Noceboeffekt?

Ist Long Covid auch ein Noceboeffekt?

Müdigkeit, Atembeschwerden, Konzentrationsprobleme. Geschätzt leiden zwischen 10 und 15 % der PatientInnen nach einer Covid-19 Infektion noch Wochen bis Monate unter dem sogenannten Long Covid-Syndrom. Eine Studie französischer WissenschaftlerInnen belegte im November 2021 allerdings, dass nahezu ebenso viele Betroffene unter denselben Symptomen litten, auch wenn sie nur glaubten, mit SARS-CoV-2 infiziert gewesen zu sein, obwohl dem nicht so war. Wie lassen sich die Beschwerden der Betroffenen also erklären?

Nicht nur positive, auch negative Erwartungen können das Auftreten und den Verlauf von Krankheitssymptomen beeinflussen. Man spricht dann von einem Noceboeffekt (lateinisch: „Ich werde schaden“). Viele Forschungsergebnisse weisen seit langem darauf hin, dass während des Noceboeffektes im zentralen Nervensystem Prozesse angestoßen werden, die zu körperlichen Veränderungen und Beschwerden wie Schmerzen führen können. „Es handelt es sich um ein Zusammenspiel von direkten biochemischen Effekten und psychischen Effekten», bestätigt Winfried Rief, Professor für Psychologie und Psychotherapie der Universität Marburg und Vorstandsmitglied des DFG Sonderforschungsbereichs 289 „Treatment Expectation“.
Dass dies auch bei Long Covid-Symptomen eine Rolle spielen könnte, belegt eine neue Studie aus Frankreich, die Ende 2021 im renommierten Journal der American Medical Association JAMA publiziert wurde. Das Forschungsteam um den Pariser Psychiater Cedric Lemogne testete knapp 27.000 Personen zwischen Mai und September 2020 auf Anti-SARS-CoV-2-Antikörper. Bei etwa 1.000 Teilnehmenden konnten Antikörper (AK) als Hinweis auf eine vorangegangene Infektion nachgewiesen werden, wobei 453 auch sicher waren, mit dem Coronavirus infiziert gewesen zu sein, 638 dagegen glaubten dies nicht. Spannend waren nun insbesondere diejenigen der 25.000 Studienteilnehmenden, deren AK-Test negativ ausfiel, die also kein COVID hatten, aber überzeugt waren, eine Infektion durchlebt zu haben. Anschließend erfasste das Forschungsteam bei allen Teilnehmenden Long Covid-Symptome, die mindestens über einen Zeitraum von acht Wochen spürbar waren. Betroffene berichteten über andauernde Müdigkeit, Schwindel, Atembeschwerden, Konzentrationsdefizite oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Allerdings signifikant häufiger diejenigen, die glaubten sie hätten die Infektion überstanden, und zwar unabhängig davon, ob sie wirklich infiziert waren oder nicht. Die Ergebnisse: Der Glaube, die Infektion durchlebt zu haben, führte in beiden Gruppen – unabhängig, ob eine Infektion tatsächlich über den AK-Test nachgewiesen werden konnte – zu einem vierfach häufigeren Auftreten des Symptoms Müdigkeit (zwischen 10,6 und 13,8 %). Dagegen spürten nur 3,5 % Müdigkeit, wenn sie tatsächlich infiziert gewesen, allerdings persönlich überzeugt waren, sie hätten gar kein Corona gehabt. Ganz ähnlich sehen die Verteilungen bei den Symptomen Atembeschwerden und Konzentrationsprobleme aus.
Das Fazit: Wer glaubt, er hatte Corona, entwickelt häufiger typische Long Covid-Symptome, unabhängig von der tatsächlichen Infektion.
„Die negative Erwartung beeinflusst offensichtlich die Entwicklung von Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerz und andere“, erklärt Prof. Winfried Rief, „erfahren Patienten zum Beispiel über die Medien oder Freunde, dass schwerwiegende Nebenwirkungen nach einer Covid-Infektion auftreten können, dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Beschwerden zu entwickeln“.

In den Projekten des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB 289) „Treatment Expectation“ werden die Mechanismen intensiv untersucht, wie sich Erwartung auf das psychische Befinden und körperliche Symptome auswirkt, um gezielte und personalisierte Strategien zur Prävention zu entwickeln. „Die aktuelle Studie demonstriert, dass die Erwartung auch bei dem Long Covid-Syndrom eine wichtige Rolle spielt. “, erklärt Ulrike Bingel, Professorin für Klinische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Essen und Sprecherin des SFB 289.

Die vollständige Publikation können Sie auf der Webseite von JAMA lesen oder hier als PDF

Starker Noceboeffekt nach Corona-Impfung

Starker Noceboeffekt nach Corona-Impfung

Für rund dreiviertel aller berichteten Nebenwirkung nach der ersten Impfung gegen Covid-19 dürfte der sogenannte Noceboeffekt verantwortlich sein. Das ist das Ergebnis einer aktuellen internationalen Meta-Studie (Haas et al., 2022). Die Ergebnisse könnten Einfluss nehmen auf die Vorbehalte gegen die Impfung, die bei einem Teil der Bevölkerung herrschen – und sie reduzieren.

„Dies ist der Beleg, dass die Erwartung der frisch Geimpften, Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit zu spüren, zu einem starken Auftreten eben dieser Nebenwirkungen führt“, erklärt Ulrike Bingel, Professorin für Klinische Neurowissenschaften an der Universitätsmedizin Essen und Sprecherin des Sonderforschungsbereichs 289 Treatment Expectation. Dieser Noceboeffekt (Lat.: „Ich werde schaden“) ist kein neues Phänomen, sondern vielfach in unterschiedlichen medizinischen Studien nachgewiesen: Das Wissen um mögliche Beschwerden, die auftreten können, führt dazu, dass wir genau diese Symptome auch bei uns wahrnehmen. „Dieser Effekt ist im Zusammenhang mit Corona-Impfungen besonders unglücklich, weil er Ängste und Bedenken gegenüber der Impfung fördert“, warnt auch Rief, Prof. für klinische Psychologie der Universität Marburg, der an der Studie beteiligt war und schon lange die Ursachen des Noceboeffekts erforscht. Seine Hoffnung: „Wenn wir diese Noceboreaktionen nachweisen und erklären, hoffen wir die Sorgen vieler rund um die Impfung zu zerstreuen, weil Angst vor Nebenwirkungen häufig als Grund angegeben wird, die Impfung zu vermeiden.“

Die aktuelle Studie um die Psychologin Julia Haas, die nach der Promotion in Marburg zum Beth Israel Deaconess Medical Center der Harvard Medical School in Boston wechselte, analysierte zwölf große Corona-Impfstudien aus verschiedenen Ländern, wie den USA, Australien, China, Brasilien, Südafrika, Großbritannien und Belgien. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Metaanalyse im renommierten „JAMA Network Open“. 22578 Studienteilnehmer erhielten eine Placebo-Impfung ohne eine wirksame Substanz, 22802 wurden mit unterschiedlichen Impfstoffen geimpft. Der Vergleich der Häufigkeiten von berichteten Nebenwirkungen kam zu einem verblüffenden Ergebnis:
Nach der ersten Impfung berichteten 35,2 % der Placebo-TeilnehmerInnen vor allem über Kopfschmerzen und Müdigkeit, in der Impf-Gruppe waren es 46,3 %. Daraus ergibt sich, dass statistisch auch in der Impf-Gruppe 76 % der Nebenwirkungen auf dem Placeboeffekt beruhen. Nach der zweiten Impfung reduziert sich der Effekt. Nur noch etwa die Hälfte der berichteten Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit sind assoziiert mit dem negativen Erwartungseffekt. Die Erklärung der ForscherInnen: Nach der zweiten Impfung erwarten Geimpfte vermehrt Nebenwirkungen und spüren sie auch, weil die Immunreaktion heftiger verläuft. Professor Winfried Rief fordert deshalb eine spezifischere Aufklärung der Bevölkerung über den Noceboeffekt, um die Ängste abzubauen.

Referenz:
Haas, J. W., Bender, F. L., Ballou, S., Kelley, J. M., Wilhelm, M., Miller, F. G., . . . Kaptchuk, T. J. (2022). Frequency of Adverse Events in the Placebo Arms of COVID-19 Vaccine Trials: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Netw Open, 5(1), e2143955. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2021.43955

Die vollständige Publikation können Sie über den oben stehenden Link oder auf unserer Webseite als PDF hier einsehen.

Hilft mir das auch?

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Highly Cited Researcher

Highly Cited Researcher

Prof. Winfried Rief (Projekt A16) zählt laut jüngster Erhebung von Clarivate international zum Kreis der „Highly Cited Researchers“, also der Wissenschaftler, deren Arbeiten besonders häufig zitiert werden.

Wir gratulieren herzlich und freuen uns, diese Kompetenz in unserem Forschungsverbund nutzen zu dürfen.

Die Presseerklärung seiner Heimat-Universität können Sie hier lesen.

Weitere Informationen zur gesamten Erhebung sind über diesen Link verfügbar.

Impfangst überwinden

Impfangst überwinden

3 teilige Videoserie von Prof. Winfried Rief, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Leiter der Psychotherapie-Ambulanz der Universität Marburg – jeweils zwischen 14 und 22 Minuten. Sie basieren auf einem Vortrag, den Prof. Rief bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes am 11.8.2021 gehalten hat.

Der nachfolgende Teil 1 beschäftigt sich mit den Fakten der derzeitigen Impfsituation.

Im folgenden Teil 2 erfahren Sie mehr über Gründe für Impfskepsis, Impfangst oder Impfverweigerung und warum sie in bestimmten Bevölkerungsgruppen stärker zu finden ist.


In Teil 3 legt Prof. Rief die Konsequenzen dar und beschreibt Möglichkeiten wie man Menschen mit Impfskepsis entgegentritt oder welche Maßnahmen sinnvoll sind.

New Publication: Impact of a 12-week open-label placebo treatment on headache days in episodic and chronic migraine: a study protocol for a parallel-group, multicentre, randomised controlled trial

New Publication: Impact of a 12-week open-label placebo treatment on headache days in episodic and chronic migraine: a study protocol for a parallel-group, multicentre, randomised controlled trial

Members of the SFB/TRR 289 have published a research paper about the Impact of a 12-week open-label placebo treatment on headache days in episodic and chronic migraine. The first authors Dr. Katharina Schmidt and Dr. Julian Kleine-Borgmann belong to the project team of Prof. Ulrike Bingel in Essen.

The publication can be downloaded here or read directly on the BMJ Open site.

SIPS Best Poster - Third Place

SIPS Best Poster - Third Place

Effects of open-label placebo on pain and functional disability in patients with chronic back pain: A 3-year follow-up study

Lecture by Prof. Ulrike Bingel, IASP 2021 VIRTUAL WORLD CONGRESS ON PAIN, June 16th at 10:30 a.m.

Lecture by Prof. Ulrike Bingel, IASP 2021 VIRTUAL WORLD CONGRESS ON PAIN, June 16th at 10:30 a.m.

How Do Expectations Influence Treatment Outcome?

Patients’ expectations are important modulators of pain and analgesic treatment outcomes. As best illustrated in experimental and clinical placebo studies, an individual’s expectation can substantially shape the perception and neural processing of acute and chronic pain. Treatment expectation is not only the key determinant of placebo analgesia, but is also increasingly recognized to modulate the efficacy and tolerability of pharmacological and non-pharmacological treatments for pain and other acute and chronic conditions.
Recent insights into the psychological and neurobiological mechanisms underlying the clinically relevant effects of treatment expectations call for their systematic integration and utilization into standard treatment regiments. Such strategy promises to optimize analgesic treatment outcomes and to prevent or reduce the burden of unwanted side effects and misuse of analgesics, particularly of opioids. In this lecture Prof. Ulrike Bingel highlights current concepts, recent achievements but also challenges and key open research questions that need be addressed to improve (analgesic) treatment outcomes in a personalized manner and to use our knowledge to inform the designing and outcome interpretation of clinical trials.

Learning objective 1 :
be aware of the impact of expectation on (analgesic) treatment outcomes.

Learning objective 2 :
define key psychological and neurobiological mechanisms underlyind expectation effects.

Learning objective 3 :
outline implications for clinical routine and clinical trials as well as key-open questions and challenges.

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If you are interested in the above exciting topic, watch the full lecture of Prof. Ulrike Bingel on June 16th at 10:30 a.m. EST at IASP 2021 VIRTUAL WORLD CONGRESS ON PAIN.

The full program of the event can be viewed here.

To view the above lecture or the full program, you must register here.

 

 

New Publication: Informing About the Nocebo Effect Affects Patients’ Need for Information About Antidepressants - An Experimental Online Study

New Publication: Informing About the Nocebo Effect Affects Patients’ Need for Information About Antidepressants - An Experimental Online Study

Prof. Yvonne Nestoriuc, one Leader of the project A15, has published a new paper about the hypothesis, that understanding patients's informational needs and adapting drug-related information are the prerequisites for a contextualized informed consent. Current information practices might rather harm by inducing nocebo effects.

You can read the complete publication on frontiers in Psychiatry or download it here.

Member of the SFB wins first place in the lecture series "Clinical Studies and Health Services Research"

Member of the SFB wins first place in the lecture series "Clinical Studies and Health Services Research"

The formation and fulfillment of expectations play an important role in positive subjective treatment outcomes. Julia Stuhlreyer (Project Regine Klinger, A13) discovered that patients receiving a combination of a digital health app and patient-oriented physician visits postoperatively were more likely to rate their treatment as successful, based on their stated preoperative treatment expectations. This also leads to significant reduced postoperative pain and opioid consumption.

More information about DGAI is available here.

New Publication: Fear of Adverse Effects and COVID-19 Vaccine Hesitancy: Recommendations of the Treatment Expectation Expert Group

New Publication: Fear of Adverse Effects and COVID-19 Vaccine Hesitancy: Recommendations of the Treatment Expectation Expert Group

Prof. Winfried Rief has studied the fear towards Covid-19 vaccinations and the influence of our society.

The full result of his reflections on this topic can be downloaded here or read directly on the JAMA website.

Mehr Zeit für Forschung, schnellerer Wissenstransfer, bessere Karrierechancen

Mehr Zeit für Forschung, schnellerer Wissenstransfer, bessere Karrierechancen

Ein herausragender Erfolg: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert beide beantragten Programme zur Qualifizierung exzellenter junge forschender Fachärztinnen und -ärzte an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Mindestens 20 Advanced Clinial Scientists erhalten in Essen und Hamburg mehr Unterstützung bei der Vereinbarkeit ihrer Forschung und ihrer klinischen Tätigkeit. Mit diesem innovativen Konzept ist gesichert, dass Teilnehmende zu 50 Prozent von ihrer klinischen Tätigkeit freigestellt sind, um sich auf die wissenschaftliche Arbeit zu fokussieren. Das fördert nicht nur die Forschung, sondern auch die Karriereperspektiven.
Ein besonderes Highlight: Es besteht die Möglichkeit, eine eigene unabhängige Forschungsgruppe zu gründen inklusive eines begleitenden Qualifizierungsprogramms und eines gezielten Mentorings. Mindestens die Hälfe der Stellen sind exzellenten Wissenschaftlerinnen vorbehalten.

In Hamburg erhält das Programm „iSTAR – integrative Advanced Clinician Scientists Targeting Inflammatory and Infectious Disease" des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im Bereich entzündliche Erkrankungen und Infektionskrankheiten die Unterstützung. So werden Forschungsinnovationen und neue Karrierewege geschaffen.

In Essen wird das Programm „Promoting Excellence in Translational Medicine" an der Advanced Clinician Scientist Academy (UMEA²) unterstützt, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen – das gilt für die Schnittstellen Gehirn und Herz, Onkologie und Immunologie sowie Transplantation, Immunologie und Infektiologie.
Das Ziel: Die passgenaue Behandlung zu verbessern.

Antragstellerin an der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Leiterin des Essener Programms ist Prof. Dr. Ulrike Bingel, Sprecherin des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches SFB/TRR 289 und Leiterin des Zentrums für universitäre Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen.

Die Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung kann hier eingesehen werden.

Virtual Webinar Series „Treatment Expectation“ 2021 for Scientists – Register now!

Virtual Webinar Series „Treatment Expectation“ 2021 for Scientists – Register now!

Accompanying the SFB/TRR289, we offer a webinar series with scientific lectures by internationally renowned researchers.

All lectures will be given online and participation is free. The talks are geared towards a scientific audience and will be held in English.

Aufruf: Erzählen Sie uns Ihre Geschichte

Aufruf: Erzählen Sie uns Ihre Geschichte

Medizin lebt auch von Erzählungen. Deshalb sammeln wir für den Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ die vielfältigen Erfahrungen von PatientInnen mit ihren eigenen Erwartungen. Nahezu jeder hat schon mal einen positiven Placebo- oder auch negativen Noceboeffekt erlebt.

Special Open Science Discussion with Tom Beckers, May 21st at 10 a.m.

Special Open Science Discussion with Tom Beckers, May 21st at 10 a.m.

This virtual lecture incorporates a discussion on improving research transparency and robustness by exploring the necessity of preregistrations and registered reports.

Neu entdeckt: Kleinhirn spielt eine wichtige Rolle beim schmerzlindernden Placebo-Effekt

Neu entdeckt: Kleinhirn spielt eine wichtige Rolle beim schmerzlindernden Placebo-Effekt

Ein Wissenschaftlerteam der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen hat zusammen mit Kooperationspartnern des Dartmouth College in New Hampshire (USA) in der größten Metaanalyse von bildgebenden Befunden zentrale Hirnregionen der Placeboanalgesie entschlüsselt. Hierüber berichtet jetzt das renommierte Fachmagazin Nature Communications.

In dem internationalen Verbundprojekt analysierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Ulrike Bingel (Klinik für Neurologie, Universitätsklinik Essen) und Prof. Tor Wager (Cognitive and Affective Neuroscience Laboratory, Hanover, USA) die fMRT Bilder von 603 Versuchsteilnehmenden aus insgesamt 20 verschiedenen Studien. Dass Placebo-Effekte Schmerzen lindern und die Wirksamkeit von Schmerzmitteln erhöhen, ist vielfach bestätigt, nur welche neuronalen Mechanismen zugrunde liegen, blieb trotz intensiver Forschungsbemühungen in verschiedenen zentralen Aspekten bislang ungeklärt. „Wir konnten nachweisen, dass der Placebo-Effekt nicht allein auf eine Unterdrückung von Schmerzimpulsen zurückzuführen ist, sondern durch neuronale Netzwerke der kognitiven und emotionalen Schmerzverarbeitung verstärkt werden muss“, erklärt Prof. Ulrike Bingel, Sprecherin des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches zum Einfluss von Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Aktivitäten der Informations-Netzwerke im Thalamus, den Habenula-Kernen und dem anterioren cingulären Cortex untermauern: Lernprozesse, Angstregulierung, Aufmerksamkeitsteuerung, Handlungsplanung, Entscheidungsfindung und Bewertung von Schmerz sind beim Placebo-Effekt involviert.

In der aktuellen Analyse wurden auch erstmals neue Hirnstrukturen identifiziert, die zur Placeboanalgesie beitragen. Es zeigte sich, dass das Kleinhirn, vor allem mit Koordination und Bewegungsabläufen in Verbindung gebracht, eine größere Rolle als je vermutet spielen könnte. Das Kleinhirn steuert unbewusstes planerisches Handeln und erfüllt auch wichtige Funktionen bei höheren kognitiven Prozessen wie z. B. der Entscheidungsfindung. Das kann die Erwartungshaltung von Patienten gegenüber einer Therapie beeinflussen. Dass das Kleinhirn überhaupt Anteil am Placebo-Effekt hat, ist ein neuer Befund für Neurowissenschaftler.

Weitere Datenanalysen im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“ sollen einen noch spezifischeren Aufschluss über die beim Placebo-Effekt aktivierten neuronalen Netzwerke bringen. „Unser Ziel ist, in Zukunft den Einfluss der Behandlungserwartung von Patienten nutzen zu können, um die Therapie unter Berücksichtigung aller interindividuellen Unterschiede zu optimieren“ betont Prof. Ulrike Bingel.

Diese Metaanalyse zeigt auch, dass funktionelle bildgebende Verfahren des Gehirns genutzt werden können, um im Rahmen klinischer Studien die Placebo-Effekte von den Wirkungen pharmakologischer Substanzen klar zu trennen.

Die vollständige Veröffentlichung kann hier im PDF-Format heruntergeladen oder direkt auf der Webseite von nature communications gelesen werden.

Referenz:
Zunhammer M, Spisak T, Wager T, Bingel, U. Meta-analysis of neural systems underlying placebo analgesia from individual participant fMRI data, Nature Communications (2021), doi 10.1038/s41467-021-21179-3

DGPPN Kongress 2020 - Online-Vorträge

DGPPN Kongress 2020 - Online-Vorträge

Der DGPPN Kongress 2020 fand dieses Mal nur online statt. Der SFB 289 war mit drei interessanten Beiträgen dabei. Sie haben die Möglichkeit, diese Beiträge nun online zu sehen.

New Publication: The temporal and spectral characteristics of expectations and prediction errors in pain and thermoception

New Publication: The temporal and spectral characteristics of expectations and prediction errors in pain and thermoception

eLive has published a research paper about the temporal and spectral characteristics of expectations and prediction errors in pain and thermoception. The first author Andreas Strube works as a PhD Student closely with the project leaders Prof. Christian Büchel and Prof. Michael Rose from the SFB/TRR 289.

The publication can be downloaded here or read directly on the eLife site.

New Publication: Effects of open-label placebos on test performance and psychological well-being in healthy medical students: a randomized controlled trial

New Publication: Effects of open-label placebos on test performance and psychological well-being in healthy medical students: a randomized controlled trial

Scientific Reports has recently published our research about the impact of Open-Label Placebos on test performance and well-being in acutely stressed students. Dr. Julian Kleine-Borgmann is corresponding author and happy to answer comments!

Placebo 2.0: Die Macht der Erwartung in der Schmerzmedizin nutzen. Ein Vortrag auf dem DGN-Kongress 2020

Placebo 2.0: Die Macht der Erwartung in der Schmerzmedizin nutzen. Ein Vortrag auf dem DGN-Kongress 2020

17 % der Deutschen - 12 Millionen Menschen - leiden an chronischen langanhaltenden Schmerzen. In ihrem Vortrag auf dem DGN-Kongress 2020 erklärt Prof. Ulrike Bingel, Leiterin des Rückenschmerzzentrums an der Uniklinik Essen, wie passgenaue Medikamente helfen, und welche Rolle psychologische und physiotherapeutische Aspekte spielen.

Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ erhält Förderung

Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ erhält Förderung

Der SFB/TRR 289 erhält eine der hart umkämpften Förderungen durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).