Im Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“ unterstützt der Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ das schwimmende Science Center „MS Wissenschaft“ mit Exponaten zu Erwartungseffekten. Was sind Placebo- und Noceboeffekte? Welche Hirnregionen sind beteiligt? Und wie können wir die Kraft der Erwartung nutzen? Diese und mehr Fragen soll die Hands-On-Station „Die Macht der Erwartung: Wie Placebo- und Noceboeffekte unsere Gesundheit beeinflussen“ beantworten.
Schwimmendes Science Center: Die MS Wissenschaft bringt jedes Jahr Forschungsthemen zu zehntausenden Besuchenden. 2025 war das Thema „Zukunftsenergie“, im Jahr 2026 dreht sich in der Ausstellung alles um die „Medizin der Zukunft“.
Mit einer interaktiven Ausstellung und einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm zur „Medizin der Zukunft“ bricht die MS Wissenschaft im Mai 2026 zu ihrer neuen Tour auf. Das Binnenschiff wird seit Anfang der 2000er-Jahre regelmäßig als Ausstellungsschiff genutzt und für Wanderausstellungen im Rahmen der Wissenschaftsjahre eingesetzt. Als schwimmendes Science Center mit Exponaten zum Ausprobieren und Mitmachen tourt das Schiff über den Sommer hinweg auf wechselnden Routen durch Deutschland und legt dabei an dutzenden unterschiedlichen Stationen an.
Zum Wissenschaftsjahr 2026 unterstützt der SFB 289 „Treatment Expectation“ das Projekt mit einer Hands-on-Station zu Placebo- und Noceboeffekten. Dain geht es um die Zusammenhänge zwischen den eigenen Behandlungserwartungen und dem Erfolg einer Behandlung sowie auftretenden Nebenwirkungen: Positive Erwartungen können Krankheitssymptome lindern und den Erfolg von Therapien unterstützen. Negative Erwartungen hingegen können das Gegenteil bewirken – und zum Beispiel bei Medikamenten mögliche Nebenwirkungen auslösen oder verstärken. Was jeder und jede Einzelne tun kann, um für die eigene Gesundheit von Placebo-Effekten zu profitieren und Noceboeffekte zu vermeiden, werden die Exponate des SFB 289 auf interaktive Weise erklären.
„Neue Ufer der Wissenschaftskommunikation erschließen“
„Wir holen die Kraft der Erwartung an Bord und wollen damit neue Ufer der Wissenschaftskommunikation erschließen", freut sich die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Helena Hartmann, Projektleiterin im Science-Communication-Projekt des SFB 289. „Gerade Jugendliche können wir so in unserer Ausstellung über Placebo- und Noceboeffekte ansprechen und ihnen zeigen, wie sie dieses Wissen im Alltag für sich einsetzen können.“ Die Ausstellungen der MS Wissenschaft werden jedes Jahr von zehntausenden Personen besucht, darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler.
„Wir sind stolz, dass wir über das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die einmalige Chance erhalten, ein Museumsexponat zu unserer Forschung über Behandlungserwartungen zu entwickeln, das von so vielen Menschen besucht werden wird“, bestätigt Prof. Ulrike Bingel, Leiterin der Schmerzmedizin an der Universitätsmedizin Essen und Sprecherin des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten SFB 289.
Foto: Ilja C. Hendel / Wissenschaft im Dialog CC BY-SA 4.0