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Was gibt es Neues bei uns? Hier finden Sie die Links zu den aktuellen Posts des Sonderforschungsbereichs "Treatment Expectation". Einfach zum gesuchten Beitrag hinunterscrollen, Link anklicken – und viel Spaß beim Lesen!
„Ist Ihnen wirklich nicht übel? Sie sehen ganz bleich aus!“ Wenn ein gerade operierter Patient solche Sätze von der Krankenpflegerin oder dem Krankenpfleger hört, wird ihm wahrscheinlich (erst recht) übel. Denn eine solche unbedachte Kommunikation kann Noceboeffekte hervorrufen – und dem Patienten damit schaden.
In einem aktuellen Beitrag für die „Pflegezeitschrift“ erklären Forschende aus unserem SFB, wie Noceboeffekte im Pflegealltag zustande kommen und wie es gelingen kann, das Dilemma zwischen transparenter Aufklärung und Erwartungsoptimierung aufzulösen:
Zum Wissenschaftsjahr 2026 unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ hat der SFB 289 für das schwimmende Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“ das Exponat „Die Kraft der Erwartung – Nutze deine körpereigene Apotheke“ gestaltet. Ab dem 7. Mai fährt das Binnenschiff von Berlin aus durch Deutschland und Österreich, erstmals mit einer Station in Polen:
Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Für die Betroffenen ist diese Erkrankung höchst belastend. Die Neurologin und Migräne-Expertin Prof. Dagny Holle-Lee hat es sich zur Aufgabe gemacht, Patienten und Patientinnen besser über die Beeinträchtigung aufzuklären. Holle-Lee ist überzeugt, dass das Wissen über ihre Erkrankung für Migräne-Patienten und -Patientinnen ein entscheidender Vorteil sein kann – gerade auch deshalb, weil ihre eigenen Erwartungen eine große Rolle für die Therapie spielen.
Hier ist ein großes Interview mit ihr:
Jedes Jahr kürt das Magazin „Stern“ Deutschlands beste Ärzte und Ärztinnen in ihren Fachgebieten. Auch 2026 zählt die Zeitschrift gleich zwei Mitglieder unseres Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“ zu diesen ausgezeichneten Personen: Prof. Winfried Rief von der Philipps-Universität Marburg im Bereich Depressionen und Prof. Ulrike Bingel von der Universitätsmedizin Essen im Bereich Schmerzen.
Zur Veröffentlichung der aktuellen Ärzteliste erklärt Prof. Rief zudem in einem großen Interview mit dem „Stern“, warum die Therapieoptionen für Patienten und Patientinnen mit Depression unbefriedigend sind – und was aus seiner Sicht geändert werden müsste.
Mehr Info dazu hier:
Wie gut kennen Anästhesistinnen und Anästhesisten die Wirkung von Placebo- und Noceboeeffekten? Und nutzen bzw. vermeiden sie sie bewusst? Diesen Fragen ist nun erstmals eine große Online-Umfrage aus unserem Sonderforschungsbereich nachgegangen. Das Ergebnis: Die Behandelnden kommunizieren durchaus gezielt – aber eher aus dem Bauch heraus.
Welche Unterschiede es dabei zwischen unterschiedlichen Ärztegruppen gab und wie sich viele Anästhesisten und Anästheistinnen in ein ethisches Dilemma bringen, lest ihr hier:
Wie schnell wir nach einer Operation wieder gesund werden, hängt auch von unseren Erwartungen ab: Wer mit einem realistischen, aber positiven Blick an den Eingriff herangeht, ist meist flotter wieder auf den Beinen.
Wie Behandelnde dieses Forschungswissen nutzen können, um die Operationsergebnisse für ihre Patienten und Patientinnen zu verbessern, erforscht Prof. Johannes Laferton in unserem Projekt AF02. Mehr Info dazu hier:
Patientinnen und Patienten können Zahlen zu Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten in der Medizin nur schwer einordnen. Deshalb besteht das Risiko, dass unbedachte Formulierungen bei ihnen Verwirrung stiften oder sogar Ängste hervorrufen. Wie Behandelnde solche Nocebo-Effekte bei der Kommunikation vermeiden können, erklären Prof. Tobias Kube und Prof. Winfried Rief im JAMA:
Er ist Neurowissenschaftler, Mediziner und einer der führenden Schmerzforscher Deutschlands: Prof Christian Büchel bereichert unseren SFB gleich in mehreren Rollen. Dabei konzentriert sich seine Arbeit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf der Universität Hamburg nicht nur auf Schmerzen, sondern er untersucht mit seinem Team auch neurologische Mechanismen bei Ängsten, Süchten sowie Lern- und Entscheidungsprozessen.
Wie er zu seinem Forschungsfeld gekommen ist, was er an der Placeboforschung so faszinierend findet und warum er auf das Bayesianische Integrationsmodell besonders stolz ist:
Im Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“ unterstützen wir das schwimmende Science Center „MS Wissenschaft“ mit Exponaten zu Erwartungseffekten. Was sind Placebo- und Noceboeffekte? Welche Hirnregionen sind beteiligt? Wie können wir alle die Kraft der Erwartung nutzen? Diese und mehr Fragen soll unsere Hands-On-Station „Die Macht der Erwartung: Wie Placebo- und Noceboeffekte unsere Gesundheit beeinflussen“ beantworten. Los geht die große Fahrt im Mai.
„Unser Ziel ist ein Optimum aus spezifischer Wirksamkeit durch Medikamente, Operationen oder Bewegungstherapie, plus dem Wirkverstärker Placeboeffekt“: Im Interview mit dem „alverde-Magazin“ der Drogeriemarktkette dm erklärt Prof. Ulrike Bingel, was wir mit unserem Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ erreichen möchten – und was sich die Schulmedizin von der Naturheilkunde abschauen kann.
Über diesen Link kann der Artikel heruntergeladen werden:
© dm-drogerie markt/alverde Januar 2026; Fotos: gettyimages/happy_lark (S. 54, 56), André Zelck (S. 55)
Überraschende Erkenntnis: Die Partydroge Ecstasy kann ihre Wirkung nur mit einem funktionierenden Serotoninsystem entfalten. Fehlt dieser auch als „Glückshormon“ bekannte Botenstoff, bleibt die Droge nahezu wirkungslos, wie Untersuchungen eines Teams um Prof. Markus Wöhr von der Universität Marburg an Laborratten gezeigt haben.
Besonders überraschend für die Forschenden: Ratten ohne Serotonin im Gehirn wurden nach der Gabe von MDMA nicht einmal besonders aktiv.
In „Der Placebo-Effekt: Wissenswertes für Gesundheitsberufe“ fassen Dr. Lorenz Peters, Dr. Helena Hartmann, Prof. Ulrike Bingel und Prof. Sven Benson aus unserem Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ das Wissen aus der Forschung über Erwartungseffekte speziell für Healthcare Professionals zusammen.
Wie funktioniert gelungene Kommunikation in der Medizin? Wie überbringen wir schlechte Nachrichten ohne Nocebo-Effekt? Und wie informieren wir Patienten und Patientinnen umfassend und erwartungssensibel?
Konzentriert, übersichtlich und praxisnah: eine wertvolle Lektüre für alle im Gesundheitswesen Tätigen!
Placebos können heilen helfen, das ist seit langem bekannt. Doch ihr Einsatz im Rahmen einer Therapie wirft viele rechtliche Fragen auf – für Behandelnde, aber auch für die Patienten und Patientinnen.
Aber ist unter diesen Umständen eine effektive Behandlung mit Placebos überhaupt möglich? Unsere Rechtsexpertin meint ja: Mit so genannten Open-Label-Placebos – oder mithilfe einer so genannten antizipierte Rahmeneinwilligung. Was das genau ist und welche weiteren rechtlichen Punkte beim Einsatz von Placebos in der Therapie wichtig sind, steht hier:
Eine sehr schöne und lehrreiche Woche liegt hinter uns: Beim Retreat unseres Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“ im feucht-kühlen Sauerland hatten ca. 100 Teilnehmende viel Gelegenheit, sich kennenzulernen, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.
Einen kleinen Nachbericht findet ihr hier:
Was bedeutet es für eine Frau, wenn sie ihr Leben lang vor allem negative Informationen über die Perimenopause bekommen hat? Das möchte die Journalistin Diana Helfrich von der Prof. Ulrike Bingel in der neuesten Folge des „Brigitte“-Podcasts „Meno an mich“ wissen. Für die Neurologin und Sprecherin unseres SFB „Treatment Expectation“ ist klar: „Das ist ein Noceboeffekt-Generator par excellence!“
Mehr dazu, wie Erwartungseffekte die Wechseljahre beeinflussen und wie Frauen dieses Wissen für sich nutzen können:
„Wir sollten darüber nachdenken, wie wir aus Behandlungen das Maximum herausholen können – zusammen mit der körpereigenen Apotheke!“: Im Gespräch mit Prof. Dr. med. Alexander Muacevic erläutert die Specherin unseres Sonderforschungsbereichs „Treatment Expectation“, Prof. Ulrike Bingel, welche Implikationen unser Wissen über Placeboeffekte auf dem Arbeitsalltag in der Medizin haben sollte – und wie medizinische Studien viel aussagekräftiger werden könnten:
Eine eindrucksvolle Ausstellung zu einem wichtigen Thema geht auf Reisen: Vom 08.11. – 09.12.2025 zeigt die Fotografin @celiajoyhomann ihre Werke zur Vulvodynie in der Berliner Praxis „Obenrum Untenrum“ der Gynäkologin und Sexualmedizinerin Helen Sange.
Im Interview erklärt die Fotografin ihren Kommunikationsansatz:
Talente mit #passionforscience gesucht! Bis zum 1. Dezember 2025 läuft die neue Bewerbungsrunde für die Max Planck School of Cognition (MPScog). Das gemeinsame Graduiertenprogramm mehrerer deutscher Universitäten und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen richtet sich an besonders begabte Studierende.
Doppelter Erfolg auf dem Deutschen Schmerzkongress: Auch Dr. Jana Aulenkamp aus unseren Sonderforschungsbereich hat den Förderpreis für Schmerzforschung erhalten! Sie wurde gemeinsam mit ihren Kolleginnen vom Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum mit dem 1. Preis in der Kategorie Klinische Forschung geehrt. Das Thema von Aulenkamps ausgezeichneter Forschungsarbeit sind postoperative Schmerzen.
Großer Erfolg für die Universitätsmedizin Essen und unseren Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“: Zwei Forscherinnen haben für ihre Arbeit im Team von Prof. Ulrike Bingel den Förderpreis für Schmerzforschung erhalten. Auf dem Deutschen Schmerzkongress wurden Dr. Livia Asan und Dr. Angelika Kunkel heute mit dem 1. Preis in der Kategorie Grundlagenforschung geehrt.
„Das Gehirn erkennt das, was es erwartet“: Placeboeffekte entstehen, weil sich unsere Erwartungen auf unsere Wahrnehmung auswirken. Wie das genau passiert und welche Mechanismen dem zugrunde liegen, wird intensiv erforscht.
Ein Artikel im „Spektrum der Wissenschaft“ zeichnet den aktuellen Stand des Wissens nach. SFB-289-Sprecherin Prof. Ulrike Bingel erläutert darin als Gesprächspartnerin wichtige Forschungsergebnisse. Sie betont aber auch, dass es ihr als Neurologin vor allem um die Auswirkungen dieser Erkenntnisse für die Therapie geht: Letztlich wirken Placeboeffekte wie eine „körpereigene Apotheke“ – und diese haben das Potenzial, Behandlungen effektiver, verträglicher und kosteneffizienter machen.
Können offen verabreichte Placebos (OLP) bei der Migräneprophylaxe helfen? Dieser Frage ist ein Forschungsteam aus unserem Sonderforschungsbereich nachgegangen. Das Ergebnis: OLP reduzieren zwar nicht die Anzahl der Kopfschmerztage, aber sie können die Migränebehandlung sinnvoll ergänzen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern:
Jede Form von Gesundheitskommunikation kann Erwartungen prägen und damit den Krankheitsverlauf beeinflussen. Dieses Wissen ist nicht nur für medizinische Fachkräfte relevant, sondern ebenso für AkteurInnen in der Gesundheitsversorgung, Patienteninformation, Selbsthilfe, Prävention und Gesundheitspolitik.
Zusammen mit Vertretern aus der Versorgungspraxis haben Mitglieder unseres SFBs sieben Implikationen für Gesundheitsfachkräfte und die Gesundheitspolitik erarbeitet. Eine aktuelle Publikation fasst die Kernpunkte und Forderungen zusammen:
Welche Folgen haben chronische Schmerzen für Menschen? Was passiert dabei in ihrem Körper und im Gehirn? Warum können Schmerzmedikamente so gefährlich sein? Und wie kann es gelingen, Schmerzpatienten zu helfen? Diesen Fragen geht Eckart von Hirschhausen in der aktuellen Folge seiner Sendung im WDR nach.
Als Experte unterstützt ihn dabei Prof. Christian Büchel, einer der führenden Schmerzexperten Deutschlands und Forschungsleiter in unserem SFB „Treatment Expectation:
Wie ein Lauffeuer können sich Sorgen und Ängste von Mensch zu Mensch verbreiten. Im medizinischen Alltag ist das ein Problem: Denn negative Erwartungen können Nebenwirkungen verstärken und dazu führen, dass Therapien nicht ihre gewünschte Wirkung entfalten.
Wie lässt sich das verhindern? Und wie gelingt es stattdessen, die Erwartungshaltung von Patienten und Patientinnen positiv zu beeinflussen, um dadurch den Verlauf von Therapien zu verbessern? Darüber spricht Prof. Ulrike Bingel, Neurologin und Leiterin des interdisziplinären Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen, mit Frank Dopheide und Prof. Jochen Werner in deren Podcast „Wirkstoff Human“:
Können Placebos wirklich heilen helfen? Dieser Frage geht eine Reportage der ARD nach. In der Reihe „Gut zu wissen“ folgt der Bayerischen Rundfunk zwei Frauen bei unterschiedlichen Placebo-Therapien: Und helfen offen verabreichte Placebos tatsächlich gegen Menstruationsschmerzen? Und wird eine grüne Lavendelmilch helfen, die notwendige Dosis eines teuren Immunsuppressivums zu senken?
Die Reportage zeichnet diese beiden Therapien einige Wochen lang nach und erklärt dabei den aktuellen Stand der Wissenschaft. Gleich mehrere Mitglieder unseres Sonderforschungsbereichs haben die Autorin Jutta Henkel bei ihrer Reportage unterstützt, darunter Prof. Manfed Schedlowski, Prof. Wiebke Sondermann und Prof. Christian Büchel:
In der PSY-HEART-Studie konnte Prof. Winfried Rief mit seinem Team zeigen, dass die Erwartungen von Patienten und Patientinnen einen erheblichen Einfluss auf die Genesung nach einer Herz-OP haben – und dass man diese Erwartungen zum Wohl der Betroffenen optimieren kann:
„Die Teilnehmer unserer Studie konnten früher wieder ihre Arbeit aufnehmen und waren eher bereit ihr normales Alltagsleben zu führen. Sie hatten eine höhere Lebensqualität und schätzten ihre Belastbarkeit höher ein als die Patienten in der Kontrollgruppe“, erklärt Rief im Interview:
Unter unseren Followern auf Instagram verlosen wir drei Exemplare des gerade erschienenen Sachbuchs aus unserem Sonderforschungsbereich. Die Verlosungsexemplare werden von beiden Autoren handsigniert!
So könnt ihr mitmachen:
1. Folgt uns auf Instagram
2. Likt den Gewinnspiel-Post
3. Schreibt in die Kommentare, wo euch schon einmal Placebo- oder Noceboeffekte begegnet sind.
Teilnahmeschluss ist Donnerstag, der 2. Oktober, um 23:59 Uhr MEZ.
Hier sind die Teilnahmebedingungen:
Nebenwirkungen können nicht nur schaden, sondern auch nützlich sein: Das haben Dr. Lieven Schenk, Dr. Tahmine Fadai und Prof. Christian Büchel vom Institut für Systemische Neurowissenschaften des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit einem Experiment gezeigt. Das Portal „hamburg.de“ berichtet nun in einem Artikel darüber.
Für dieselbe Publikation haben Schenk, Fadai und Büchel bereits 2024 den "IG-Nobelpreis" erhalten.
Vier Strategien für bessere medizinische Behandlungen haben Prof. Johannes Laferton, Prof. Meike Shedden Mora und Prof. Winfried Rief aus unserem Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ Mitte dieses Jahres im Journal of the American Medical Association (JAMA) vorgestellt.
Jetzt hat der Podcast „’ne Dosis Wissen“ der Zeitschrift „Apotheken Umschau“ diese Veröffentlichung aufgegriffen und die vier Strategien noch einmal für im Gesundheitswesen Tätige zusammengefasst:
Wir möchten mit unserer Forschung medizinische Behandlungen besser machen, indem wir die Erwartungen der Patientinnen und Patienten berücksichtigen und nutzen. Das kann nur effektiv gelingen, indem wir die Perspektive der Betroffenen von Anfang an mit einbeziehen.
Deshalb bedanken wir uns heute am Tag der Selbsthilfe bei allen Mitgliedern unseres Patientenbeirats dafür, dass sie unsere Forschungsprojekte begleiten und bereichern.
Euer Input ist enorm wertvoll für uns!
„Wie wirksam eine Therapie ist, hängt nicht nur von dem Wirkstoff ab, sondern auch von der Erwartungshaltung des Patienten oder der Patientin“, sagt Prof. Ulrike Bingel, Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen, anlässlich des Kopfschmerz-Tages: „Hier liegt ein großes, bislang wenig genutztes Potential für die Optimierung und Personalisierung von medizinischen Behandlungen.“
Zwischen fünf und zehn Prozent aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter unerträglichen, chronischen Schmerzen im äußeren Genitalbereich. In Deutschland bleibt die Diagnose Vulvodynie oft jahrelang unerkannt. Betroffene erleben nicht nur körperliche, sondern auch psychosoziale Belastungen.
Unser Sonderforschungsbereich „Treatment Expectation“ setzt sich dafür ein, die Öffentlichkeit besser über diese Krankheit zu informieren – und die Therapien für die Betroffenen effektiver zu gestalten. Deshalb unterstützen wir die Fotografin Celia Joy Homann bei ihrem Fotoprojekt zur Vulvodynie:
Placebo-Effekte können Krankheitssymptome lindern, das ist seit Langem bekannt. Un die beeinflussen auch Behandlungen: Eine ohnehin wirksame Therapie kann noch verbessert werden, wenn eine Ärztin oder ein Arzt gezielt positive Erwartungen an den Wirkstoff weckt. Das haben Forschende aus unserem SFB in einer experimentellen Studie gezeigt.
Erstmals konten sie belegen, dass Placebo-Effekte auch bei Entzündungen den Nutzen eines aktiven Wirkstoffs wie Ibuprofen steigern können. Entscheidend ist dabei, wie die Behandelnden mit den Patientinnen und Patienten über das Medikament sprechen.
Placebo- und Nocebo-Effekte resultieren aus unseren Erwartungen. Sie beeinflussen unsere Gesundheit und Genesung – im Guten, aber auch im Schlechten. Um positive Placebo-Effekte zu nutzen und die negativen Nocebo-Effekte zu vermeiden, können Patienten und Patientinnen selbst aktiv werden, etwa indem sie ihre Einstellung zu einer Therapie reflektieren oder sich auf Arztbesuche vorbereiten.
Wie es gelingen kann, unser Wissen über Erwartungseffekte für erfolgreichere Therapien zu nutzen, erläutern Prof. Sven Benson und Prof. Ulrike Bingel in ihrem neuen Buch „Dein Körper glaubt dir alles – Wie der Placebo-Effekt die Gesundheit stärkt”.
Belastend, stigmatisierend und ohne Aussicht auf echte Heilung: Die Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, bedeutet für Millionen Menschen in Deutschland eine große Einschränkung der Lebensqualität. Zum Glück ist die Krankheit aber in den meisten Fällen aber gut zu behandeln – auch dank der so genannten Biologika, die im Körper an den Ursachen für die Symptome angreifen.
In der Sendung „Sprechstunde“ des Deutschlandfunks erklärt Prof. Wiebke Sondermann aus unserem SFB, wie Psoriasis ensteht, was für Folgen sie haben kann und welche Therapiemöglichkeiten es für Betroffene gibt.
Tolle Anerkennung für eine engagierte Forscherin: Dr. Helena Hartmann aus unserem Projekt A01 ist von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen mit dem „Top Young Science Best Paper Award geehrt worden!
Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit zur therapeutischen Wirkung von Berührungen: Selbst ein kurzer, aber möglichst häufiger Körperkontakt kann bei Patientinnen und Patienten Schmerz, Depression und Angst lindern.
In manchen Fällen ist dafür nicht einmal ein Mensch erforderlich: Sogar Berührungen durch ein Stofftier oder einen Roboter haben einen messbaren, positiven Effekt auf die körperliche Gesundheit.
Wie beeinflussen Vorerfahrungen und Erwartungen das Schmerzerleben? Darüber sprechen Prof. Ulrike Bingel aus unserem SFB und Prof. Matthias Karst von der Medizinischen Hochschule Hannover in einem Vortrag an der Patientenuniversität der MHH.
Prof. Karst ist Leiter der Schmerzambulanz an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH. Im ersten Teil der etwa einstündigen Veranstaltung, die jetzt als Video verfügbar ist, erklärt er, wie Schmerzen zustande kommen, aus welchen Gründen sie chronisch werden können und welche Faktoren diesen Verlauf beeinflussen.
Prof. Bingel ist Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen. Sie berichtet ab ca. Minute 25 darüber, was wir über Placebo- und Noceboeffekte in der Medizin wissen, wie sie Therapien beeinflussen und was Behandelnde und Patienten tun können, um den Erfolg von Behandlungen zu vergrößern.
Placeboeffekte sind keine Einbildung: In einem großen Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ erklärt unsere Sprecherin Prof. Ulrike Bingel, wie Placebos wirken, warum Erwartungseffekte so machtvoll sind und wie wir unser Wissen darüber für bessere Therapien nutzen können.
„Wir wissen, dass gute Kommunikation und Aufmerksamkeit Medikamente wirksamer und verträglicher machen“, sagt die Neurologin und Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen in der FR. Deshalb sei es wichtig, im klinischen Alltag mehr Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass das Gespräch mit dem Patienten „nicht nur B-Note ist, sondern ein wichtiger Bestandteil der Therapie“, so Bingel.
Feierstimmung in unserem Projekt A10: Kirsten Dombrowski hat ihre Doktorarbeit erfolgreich verteidigt. Die Biologin forscht an den neurobiologischen Grundlagen und Auswirkungen negativer Erwartungen. Jetzt ist sie aber erst einmal selbst in freudiger Erwartung – und wir wünschen alles Gute für diese nächste Herausforderung.
Mehr Info zur spannenden Forschung in Projekt A10:
„Dein Körper glaubt dir alles“: Unter diesem Titel schreiben Prof. Sven Benson und Prof. Ulrike Bingel aus unserem SFB in ihrem neuen Buch darüber, wie der Placebo-Effekt die Gesundheit stärkt. Das Werk erscheint am 21.7. – aber Lesefreunde können sich schon jetzt eine Vorab-Ausgabe sichern: Die Plattform „Vorablesen“ verlost 50 Exemplare.
Hier geht's zur Aktion:
Menschen mit chronischen Schmerzen haben oft eine Odyssee durch Arztpraxen und Krankenhäuser hinter sich. In der Sendung „Sprechstunde“ im Deutschlandfunk von 1.7.2025 spricht Prof. Ulrike Bingel aus unserem SFB darüber,
- warum es für Betroffenen häufig so lange dauert, wirklich Hilfe zu finden;
- was eine gute Aufklärung gerade in diesem Fall so wichtig macht;
- wie eine psychologische Begleitung die Therapie unterstützen kann;
- und weshalb es trotzdem eine (leider nicht immer erfolgreiche) Detektivarbeit bleibt, eine Behandlung zu finden, die mehr nutzt als zu schaden:
PAB goes SIPS: Zum ersten Mal haben Vertreterinnen und Vertreter von Patientenorganisationen beim internationalen Treffen der „Society for Interdisciplinary Placebo Studies“ ihre Beteiligung an unserer Forschung über Placebo- und Noceboeffekte vorgestellt. Auf der Postersession der Veranstaltung in Krakau konnten Mitglieder unseres „Patient Advisory Boards“ Placeboforschenden aus aller Welt erklären, wie sie mit ihrer Erfahrung und dem Blickwinkel aus der Betroffenenperspektive unsere Forschungsvorhaben begleiten und bereichern.
Offen, kreativ, wertschätzend: So wünschen sich die Volkswagen Stiftung und „Die Junge Akademie“ das Forschungsumfeld für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im frühen und mittleren Karrierestadium. Deshalb haben sie 2024 erstmals den Preis für das „Beste Forschungsumfeld“ ausgerufen. Jetzt wurden die 24 Shortlist-Teams aus insgesamt 300 Bewerbungen in Berlin geehrt – darunter auch das Team BingelLab der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Essen aus unserem SFB!
Große Ehre und ein wichtiger Erfolg für unseren Sonderforschungsbereich: Im renommierten „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) erläutern Prof. Meike Shedden Mora und Prof. Winfried Rief gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Johannes Laferton wesentliche Schlussfolgerungen aus der Placebo-Forschung.
In der Reihe „JAMA Insights“ skizziert das Autorenteam aus Hamburg, Marburg und Potsdam vier evidenz-basierte Kommunikationsstrategien, wie Behandelnde bei ihren Patienten und Patientinnen positive Erwartungseffekte konkret fördern können – und damit die Erfolgschancen von Therapien vergrößern:
Wie entstehen chronische Schmerzen? Wie beeinflusst eine Schmerztherapie die komplexen Prozesse im Gehirn und Körper der Betroffenen? Bei der Patientenuniversität Hannover stellt die Neurologin und SFB289-Sprecherin Prof. Ulrike Bingel gemeinsam mit Prof. Matthias Karst von der MHH neue Erkenntnisse aus der Schmerzforschung vor und erklärt, was Betroffene selbst tun können, um ihre Behandlung wirksamer und verträglicher zu machen.
Der kostenfreie Vortrag findet am 3.Juni 2025 um 18:00 an der Medizinischen Hochschule Hannover statt und wird gleichzeitig live auf YouTube gestreamt:
„Warum das Gute mehr Aufmerksamkeit braucht“: Unter diesem Titel berichtet der Autor Ulrich Schnabel in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ über eine aktuelle Studie aus unserem Sonderforschungsbereich. In einem Experiment konnte ein Forschungsteam um Prof. Ulrike Bingel von der Universität Duisburg-Essen zeigen, dass negative Erwartungen zumindest bei Schmerzen stärkere und dauerhaftere Auswirkungen haben als positive.
„Leider hat es – wie so oft im Leben – das Gute schwerer als das Schlechte“, schlussfolgert Schnabel – und rät seinen Lesern und Leserinnen, „mit einer zu gründlichen Lektüre des Beipackzettels“ zurückhaltend zu sein: Diese könne unbewusst das Erleben der Nebenwirkungen fördern.
Es ist eine erstaunliche Beobachtung: Selbst wenn Menschen wissen, dass sie gerade eine Pille ohne Wirkstoff einnehmen, können Placebos ihre Schmerzen lindern oder eine depressive Stimmung aufhellen. Das liegt allerdings nicht an den Placebos selbst, sondern daran, dass die Betroffenen von ihnen eine Wirkung erwarten – und dass die Behandlenden genau diese Erwartung unterstützen.
Für Therapien birgt diese Beobachtung große Chancen, aber auch Risiken, wie ein aktueller Artikel in der Süddeutschen Zeitung beschreibt. Ist es in Ordnung oder sogar geboten, dass Ärztinnen und Ärzte auf diesem Wege die Selbstheilungskräfte ihrer Patienten und Patientinnen aktivieren? Oder leidet darunter das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Seiten? Würden regelmäßig eingesetzte offene Placebos vielleicht gar unseriösen Behandlungen Vorschub leisten? Zu solchen Fragen äußern sich unsere SFB-289-Sprecher Prof. Winfried Rief und Prof. Ulrike Bingel:
Alle zwei Jahre bietet das @uke_hamburg mit seinem Schmerzforum eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zum Thema Schmerz. Renommierte Expertinnen und Experten aus Grundlagenwissenschaft, klinischer Forschung und Therapie stellen auf Basis Ihrer Erkenntnisse innovative Konzepte in der Schmerzbehandlung vor. In einem knappen Dutzend Sessions geht es um die klinischen Aspekte von Schmerzstörungen, neues Wissen aus der Grundlagenforschung sowie um aktuelle Ansätze in der Schmerztherapie.
Viele Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, profitieren nicht ausreichend von einer Behandlung. Ein Grund dafür könnten schlechte Vorerfahrungen und negative Erwartungen an den Verlauf der Therapie sein, wie eine Studie aus unserem Marburger SFB-Standort zeigt.
Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass negative und positive Erwartungen unabhängig voneinander betrachtet werden müssen – was große Bedeutung für die Therapie hätte.
Kann man die Therapie von Schuppenflechte mit Biologika dadurch beeinflussen, dass die Behandelnden gezielt positive Therapieerwartungen wecken? Für ihre Forschung zu dieser Frage hat Prof. Wiebke Sondermann aus unserem SFB den Deutschen Psoriasis Preis 2025 erhalten. Die mit 30.000 Euro dotiere Auszeichnung wurde der Dermatologin und ihrem Team aus Projekt A12 am 2. Mai auf der 53. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft verliehen.
Herzlichen Glückwunsch, Wiebke! Und vielen Dank an das engagierte Team von Projekt A12 für die tolle Arbeit!
Im Interview erklärt Prof. Sondermann, was genau ihr Team und sie herausgefunden haben und welchen spannenden Forschungsfragen sie als nächstes nachgehen:
Bei antidepressiven Behandlungen können Placebo-Effekte bis zu 80 Prozent der Wirksamkeit ausmachen. Doch nicht alle Patientinnen und Patienten profitieren in gleichem Maße davon.
Ein Grund dafür könnte sein, dass für diese Effekte kognitive Ressourcen wie Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und Emotionskontrolle wichtig sind. Das zeigt eine neue Forschungsarbeit, die Prof. Stefanie Brassen gemeinsam mit Prof. Winfried Rief und andere Forschenden aus unserem SFB im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht hat.
Sie ist Professorin für Klinische Psychologie, Principal Investigator in unserem SFB und Leiterin unseres Patientenbeirats: Meike Shedden Mora lebt und liebt die Vielfalt ihres Berufs. „Es erfüllt mich, gemeinsam mit meinem fantastischen Team und mit Kooperationspartnern im SFB und darüber hinaus spannende neue Forschungsprojekte zu entwickeln, und aus der Antwort auf eine Forschungsfrage wieder zehn neue Fragen zu formulieren“, sagt Shedden Mora.
„Eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, positive Informationen gezielt in den Vordergrund stellen und Behandlungen systematisch wertschätzen“: Mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen können Behandelnde die Erfolgsaussichten einer Therapie deutlich verbessern – indem sie Placebo-Effekte nutzen und Nocebo-Effekte vermeiden. Was wir über diese Effekte speziell bei Bauchschmerzen wissen und wie sich diese Erkenntnisse für die Therapie nuzen lassen, erkärt Prof. Sigrid Elsenbruch gemeinsam mit Prof. Martin Teufel im „Balint-Journal“ des Georg Thieme Verlags.
In unserem Teilprojekt A04 beschäftigt sich Sigrid Elsenbruch damit, wie Erwartungen Bauchschmerzen beeinflussen – und wie umgekehrt Schmerzerfahrungen Therapieerwartungen verändern.
Deine Chance auf ein superspannendes Projekt in einem supernetten Team: Am Universitätsklinikum Essen besetzen wir eine PhD-Stelle neu. Es geht um experimentelle, interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle zwischen Biopsychologie, Psychoneuroimmunologie und Medizin – klingt gut?
Dann bewirb dich jetzt!
Auftakt unserer diesjährigen Webinar-Serie für Forschende: Prof. Dr. Christian Bellebaum von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf spricht über „Hope and Expectancy as Determinants of Placebo and Nocebo effects“.
Los geht‘s am 1. April 2025 um 16 Uhr via Zoom. Die Veranstaltung ist kostenlos, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt.
Wie wichtig eine gute Aufklärung und Information ist, damit beschäftigen wir uns im SFB 289 "Treatment Expectation" täglich. Deswegen weisen wir gern auf eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hin: Sie prämiert kreative Formate, in denen Forscher und Forscherinnen aus der Biologischen Psychologie ihre Wissenschaft selbst greifbar machen.
Für die drei Förderpreise, die mit je 500 Euro dotiert sind, können sich Mitglieder der bioDGPs oder DGPA noch bis 30.3.2025 bewerben.
Ihr arbeitet in der Placebo-Forschung, eure Doktorarbeit ist noch keine sechs Jahre alt und ihr plant zur SIPS-Konferenz 2025 nach Krakau kommen? Dann haben wir noch Last-Minute-Plätze für euch in unserer Early Career Researcher Summer School frei!
An zwei Tagen bieten wir euch spannende Vorträge, praktische Workshops zu Meta-Skills, die Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen und Problemlösungen und natürlich einen schönen Anlass zum Kennenlernen und Netzwerken – mit Pub-Quiz am Abend:
„Wir sind tagtäglich mit Sorgen, Ängsten, Nöten, Schlafproblemen, Stress, Schmerz und so weiter konfrontiert“, sagt Dr. Jana Aulenkamp aus unserem SFB in einer aktuellen Folge des Podcasts „Pin-Up-Docs“. Und je mehr eine Behandlung mit solchen Empfindungen verbunden ist, umso größer seien Placebo-, aber auch die negativen Nocebo-Effekte.
Dass gerade der Anästhesie eine zentrale Rolle dabei spielt, Placebo-Effekte zu nutzen und Nocebo-Effekte zu vermeiden, ist sich auch ihr Kollege Dr. Johannes Wessels sicher. „Wir sind nun einmal die Letzten, die eine Patientin oder ein Patient sieht, bevor die OP beginnt“, sagt er: „Wir brauchen eine bessere Kommunikation, um unsere Therapien zu verbessern.“
Für junge Forschende ist der Weg zur ersten Publikation oft kompliziert. In der Zeitschrift „Advances in Methods and Practices in Psychological Science“ stellt SFB/TRR-289-Wissenschaftlerin Dr. Helena Hartmann gemeinsam mit anderen Forschenden nun den ARIADNE-Navigator vor, der einen Überblick über die wichtigsten wissenschaftlichen Ressourcen für die psychologische Forschung erlaubt.
Ibuprofen, Paracetamol und Co.: Fast 200 Millionen Packungen nicht verschreibungspflichtiger Schmerzmittel werden pro Jahr in Deutschland verkauft. Doch wie wirken diese Mittel überhaupt? Und wie häufig darf und sollte man sie verwenden? Darüber klärt Prof. Ulrike Bingel in der WDR-Sendung „Hier und heute“ auf.
Im Gespräch mit Moderator Sven Kroll erklärt die Leiterin des Zentrums für Schmerzmedizin am Universitätsklinikum Essen, worin sich die einzelnen Wirkstoffe unterscheiden und welche Effekte die Medikamente neben der Schmerzunterdrückung noch haben. Dabei weist Prof. Bingel auch darauf hin, dass die Wirkung eines Schmerzmittels nicht nur von seinem Wirkstoff abhängt: „Wir sehen bei all diesen Mitteln, dass sie eine eigene Wirksamkeit haben. Aber dazu kommt der Placebo-Effekt“ – und dieser kann erstaunliche Folgen haben.
Es ist die erste Psychotherapie-Ambulanz für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen in Nordrhein-Westfalen: Ein neues Angebot der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Ruhr-Universität Bochum eröffnet Betroffenen die Möglichkeit, ohne Überweisung ein Erstgespräch zu vereinbaren.
In Einzel- und vor allem Gruppentherapien können die Patientinnen und Patienten anschließend individiuelle Strategien entwickeln, um mit ihrem Schmerz umzugehen und ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Neben SchmerzpatientInnen finden in der neuen Hochschulambulanz auch Menschen mit Depressionen, Angsterkrankungen oder Traumata Hilfe.
Eine spannende und sinnvolle Tätgkeit, ein modernes und aufgeschlossenes Team – und das mit flexiblen Arbeitszeiten: Wer hat Lust, unsere Forschung am Standort Essen zu verstärken? Im Rückenschmerz-Zentrum des UKE suchen wir ab sofort eine studentische Hilfskraft zur Unterstützung unserer Studien und anderer Aufgaben.
Mehr Info und Kontakt in der Ausschreibung:
In der heutigen Medizin ist nur wenig Platz, um die Macht positiver Erwartungen nutzen zu können. Ein Fehler, glaubt Prof. Ulrike Bingel: „Wir haben in den letzten 150 Jahren riesige Fortschritte gemacht in der biomedizinischen Forschung und in der Medikamentenentwicklung“, sagt die Neurologin im Podcast des Kortizes-Instituts. Niemand wolle Errungenschaften wie Antibiotika, Impfungen oder Chemotherapien gegen Krebs mehr missen. Dabei sei jedoch die andere Seite der Behandlung ein bisschen verloren gegangen, die es erlaubt, Erwartungseffekte effektiv zu nutzen: „Diese Seite sollten wir reintegrieren, damit diese wundervollen Behandlungen, die wir mühsam entwickelt haben, auch ihre volle Wirkung entfalten können.“
Wie können wir akute und vor allem auch chronische Schmerzen effektiv bekämpfen? Um diese Frage dreht sich eine aktuelle Folge der BR-Sendung „IQ – Wissenschaft und Forschung“. Opioide sind dafür hoch wirksam – aber sie bringen zugleich ein großes Suchtpotenzial und oft erhebliche Nebenwirkungen mit sich. Welche Alternativen dazu gibt es?
Ein relativ neuer Ansatz ist der offene Einsatz von Placebos, bei dem die Patientinnen und Patiente wissen, dass sie ein Scheinmedikament bekommen. Dass diese Opel-Label-Placebos tatsächlich wirken, ist erstaunlich – und stellt die Forschung noch vor einige Fragen, wie unsere SFB-Sprecherin Ulrike Bingel erklärt:
Ein höchst erfolgreiches Jahr 2024 liegt hinter uns – und für 2025 haben wir uns noch mehr vorgenommen. Unser SFB hat weitere Standorte, zusätzliche Forschungsgebiete, neue Ziele und Kooperationen. Zum Glück unterstützen uns dabei zahlreiche neue engagierte Mitarbeitende – und einige der bisherigen ernten die Früchte ihrer exzellenten Forschung. Was sonst noch bei uns los ist? Unser neuer Newsletter bringt euch auf den neuesten Stand!
Er ist einer der wichtigsten Forscher seines Fachs: Der Psychologe Prof. Winfried Rief von der Philipps-Universität Marburg wird im Ranking „Highly Cited Researchers“ des Unternehmens Clarivate zum vierten Mal in Folge als einer der meistzitierten Wissenschaftler in seinem Fachbereich geführt. Insgesamt 833 Publikationen und mehr als 31.000 Zitationen hat das „Web of Science“, eine internationale Zitationsdatenbank, für den Top-Forscher gezählt.
Woran Prof. Winfried Rief genau forscht und was ihn an der Schnittstelle zwischen Medizin und Psychologie so fasziniert, erklärt er auf unserer Website:
„Ärztinnen und Ärzte haben heutzutage nie Zeit“, weiß Dr. Helena Hartmann, Psychologin und Postdoc im Bingellab am Universitätsklinikum Essen. Im Podcast „Two Brad For You“ berichtet sie von ihrer Forschung und den Anstrengungen, unser Wissen über die Macht der Erwartung an die nächste Generation von Behandelnden weiterzugeben. „Wir starten am Anfang und bilden angehende Mediziner und Medizinerinnen aus“, erklärt sie. Denn es brauche nicht viel Zeit, um positive Behandlungserwartungen hervorzurufen – und damit die Erfolgschancen einer Therapie zu verbessern: „Auch wenn ihr nur fünf Minuten habt: Stellt sicher, dass eure Patientin das Gefühl hat, gehört worden zu sein und Antworten auf ihre Fragen bekommen zu haben.“
Erwartungen haben große Auswirkungen auf eine Therapie – und das gilt nicht nur für Patientinnen und Patienten. Auch die Erwartungshaltung der Ärztin oder des Arztes wirkt sich auf eine Behandlung aus. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass Männer und Frauen oft unterschiedlich behandelt werden: „Frauen werden oft weniger ernst genommen als Männer“, erklärt Prof. Meike Shedden-Mora in der aktuellen NDR-Sendung „Visite“. „Sie bekommen zum Beispiel weniger Schmerzmedikamente. Und bei ihnen werden auch seltener körperliche Untersuchungen oder bildgebende Verfahren gemacht.“
Wieder eine Auszeichnung für eine SFB-289-Forscherin: Dr. Livia Asan, Wissenschaftlerin und Assistenzärztin für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, hat den Felgenhauer-Forschungspreis 2024 erhalten! Die Stiftung zur Förderung junger Neurowissenschaftler würdigt damit Asans Arbeiten zu Nocebo-Mechanismen bei funktionellen neurologischen Störungen (FNS).
Er ist Deutschlands ältester Wissenschaftspreis im Bereich der Schmerzforschung – und in diesem Jahr hat eine Wissenschaftlerin aus unserem SFB den ersten Platz gewonnen: Beim Deutschen Schmerzkongress 2024 ist Dr. Helena Hartmann gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Julian Packheiser mit dem Förderpreis für Schmerzforschung geehrt worden. Ausgezeichnet wurden dabei ihre Erkenntnisse zu den erstaunlich nützlichen Auswirkungen selbst kurzer Berührungen bei medizinischen Behandlungen.
„Wir versuchen Patientinnen und Patienten beizubringen, wie sie ihre Erwartungen zu ihrem Vorteil nutzen können“: In der aktuellen Folge des Wissenschafts-Podcasts „Kaleidoscope“ erklärt Dr. Helena Hartmann vom Universitätsklinikum Essen ihre Forschung und wie sie dazu gekommen ist. Ein wichtiger Punkt ist für die Psychologin dabei: Viele Patienten und Patientinnen wissen zu wenig darüber, welche Medikamente sie aus welchem Grund einnehmen. Dabei ist diese Information wichtig, um positive Erwartungen an eine Therapie zu gewinnen und negative abzubauen – und dadurch Erwartungseffekte für einen größeren Therapieerfolg zu nutzen.
In der Psychotherapie werden Patientinnen und Patienten heute viel zu selten über mögliche Nebenwirkungen einer Therapie aufgeklärt. Dabei ist eine solche Aufklärung nicht nur rechtlich verpflichtend, sondern sie kann sogar zum Gelingen der Therapie beitragen:
„Wenn Patienten mehr über Nebenwirkungen lernen, sind sie nicht ängstlicher gegenüber einer Therapie“, sagt Yvonne Nesturiuc in der Wissenschaftssendung NANO auf 3sat. Die Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg hat den Effekt einer 35-minütigen Aufklärung wissenschaftlich untersucht und festgestellt: „Man kann das so mit den Patienten besprechen, dass sie danach gestärkt sind und eine höhere Motivation haben, mitzuarbeiten.“
Große Ehre für unsere SFB-289-Wissenschaftlerin Dr. Jana Aulenkamp: Auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) hat sie das Sintetica-Forschungsstipendium 2024 erhalten. Das Stipendium fördert herausragende Forschungsprojekte in den Bereichen der Regionalanästhesie und Schmerzmedizin und ist mit 15.000 Euro dotiert. Dr. Aulenkamp ist Anästhesistin in Weiterbildung am Universitätsklinikum Essen und forscht unter anderem am Einfluss von Behandlungserwartungen auf postoperative Schmerzen.
Herzlichen Glückwunsch, Jana!
Dopamin hilft heilen: Mäuse erholen sich besser von einem Herzinfarkt, wenn ihr körpereigenes Belohnungssystem aktiviert wird. Das konnte ein Forschungsteam um Asya Rolls vom „Technion – Israel Institute of Technology“ in Haifa zeigen. Die Arbeit bestätigt Beobachtungen, die auch vom Menschen bekannt sind, erklärt Prof. Manfred Schedlowski: Er konnte gemeinsam mit Kollegen zeigen, dass dass positive Erwartungen von Patientinnen und Patienten deren Erholung von einer Herz-OP deutlich verbessern kann.
Dass Dopamin dennoch zumindest nicht allein für Placebo-Effekte verantwortlich ist, hat wiederum kürzlich eine andere Studie aus unserem SFB gezeigt.
Dass diese Ergebnisse jedenfalls auf ein ungenutztes Potenzial in der Medizin hinweisen, betont Prof. Winfried Rief von der Universität Marburg, der wie Schedlowski ein Teilprojekt unseres SFBs leitet: „In der modernen Medizin versucht man, komplexe Krankheiten auf einzelne Moleküle herunterzubrechen“, sagt Rief der Zeitung. „Psychologische Effekte fallen dabei hintenüber“ – obwohl sie die Wirksamkeit von Therapien deutlich verbessern könnten.
Wie können wir Placebo-Effekte nutzen, um die Medizin besser zu machen? Darüber spricht die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim ihrer aktuellen Folge von „MaiThink Xperts“ mit unserer SFB-Sprecherin Prof. Ulrike Bingel. „Wie ich als Ärztin oder Arzt kommuniziere, ist nicht nur die B-Note“, erklärt Bingel in dem Gespräch. Es gehe nicht darum, was die Leute hinterher in Bewertungsportalen sagen, sondern darum, dass Kommunikation eine nachweisbare Wirkung auf Heilungsverlauf habe – und zwar physiologisch: „Wir müssen als Ärztin oder Arzt mehr tun, als nur über unerwünschte Nebenwirkungen aufzuklären“, so Bingel.
Warum bessere Patientengespräche keine Kostenfrage sein müssen und warum so genannte Open-Label-Placebos nicht nur unser Gesundheitssystem entlasten, sondern auch zur medizinischen Gerechtigkeit in der Welt beitragen können, seht ihr in der neuen Folge von „MaiThink Experts“:
„Bei vielen medizinischen Behandlungen ist der größere Teil der Wirkung nicht auf Medikamente oder spezifische Interventionen zurückzuführen, sondern auf subjektive Faktoren wie die Erwartung des Patienten an das Medikament oder die vertrauensvolle Beziehung zu den Behandelnden.“ Das schreiben Prof. Winfried Rief und Dr. Marcel Wilhelm aus unserem SFB in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „DIE ZEIT“.
Sie fordern daher einen Paradigmenwechsel: „Bei jeder Therapie sollten Kommunikation und Kontextfaktoren stärker berücksichtigt werden.“ (Artikel hinter Paywall)
Mit einer aktuellen Publikation in „PLOS Biology“ stellen Forscherinnen aus unserem SFB 289 „Treatment Expectation“ eine wichtige Annahme der Placebo-Forschung in Frage: Wenn Dopamin-basierte Belohnungs- und Lernmechanismen zu Placeboeffekten beitragen (wie bislang vermutet wird), sollte der Botenstoff selbst eigentlich einen Einfluss auf diese Effekte haben.
Den hat er aber nicht. Jedenfalls nicht direkt:
Spezielle Auszeichnung für Lieven A. Schenk, Tahmine Fadai und Christian Büchel aus unserem SFB/TRR 289: Die drei Forschenden haben den diesjährigen Ig-Nobelpreis für Medizin gewonnen. Applaus und herzlichen Glückwunsch!
Zwar klingt es erst einmal lustig, dass „Fake-Medizin, die schmerzhafte Nebenwirkungen hat, effektiver sein kann als Fake-Medizin, die keine schmerzhaften Nebenwirkungen hat“, wie es in er Preisbegründung heißt. Genauer betrachtet haben die Ergebnisse aber eine große Bedeutung für medizinische Behandlungen: Dass (leichte) Nebenwirkungen nicht nur schaden, sondern sogar heilen helfen können, könnte ich vielen Fällen eine therapeutische Chance sein.
Placebos wirken – auch dann, wenn die Betroffenen wissen, dass sie Scheinmedikamente einnehmen. Diesem Phänomen geht ein aktueller Artikel der Deutsche Welle nach. Darin erklärt unsere Sprecherin Ulrike Bingel, dass diese Wirkung auf den Erwartungen liegt, die Menschen mit der Einnahme verknüpfen.
So gingen in einer Studie aus unserem Sonderforschungsbereich die Rückenschmerzen von Teinehmenden nach drei Wochen Behandlung mit offen verabreichten Placebos (Open-Label-Placebos, OLP) zurück. Aber: Körperlich gab es keine Veränderung, zum Beispiel war die Wirbelsäule der Behandelten nicht beweglicher als vorher. Die OLP haben die PatientInnen also nicht geheilt – aber deren Lebensqualität verbessert.
Seit über 30 Jahren forscht Prof. Dagmar Timmann am Kleinhirn – und stößt immer noch auf überraschende Erkenntnisse. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Kleinhirn bei der Entstehung von Placebo-Effekten eine wesentliche Rolle spielt. Vermutlich hängt das mit seiner Fähigkeit zusammen, Voraussagen zu treffen – eine Eigenschaft, die es auch bei vielen anderen Prozessen im Nervensystem einbringt.
Mehr zu Dagmar Timman und ihrer spannenden Forschung in unserem Expertenportrait:
Aktuelle Themen aus der Neurologie, verständlich und praxisnah präsentiert: Das ist das Konzept der Veranstaltungsreihe „Essener Patientenforum Neurologie“. Am 26.9.2024 erklären Prof. Ulrike Bingel, Prof. Sven Benson und Dr. Helena Hartmann, wie PatientInnen Placebo- und Nocebo-Effekte in der Medizin verstehen und für sich nutzen können.
Das Essener Patientenforum Neurologie ist eine virtuelle Veranstaltung und kostenlos. Alle Vorträge bieten ausreichend Zeit für individuelle Fragen und rege Diskussionsmöglichkeiten.
Wenn Menschen leichte Nebenwirkungen spüren, kann das die Wirkung einer Behandlung verstärken, wie Arbeiten aus unserem SFB zeigen. Dieses Forschungsergebnis haben Dr. Lieven Schenk, Dr. Tahmine Fadai und Prof. Christian Büchel in der Zeitschrift „Brain“ veröffentlicht.
In derselben Ausgabe kommentieren ihre Kolleginnen Prof. Katja Wiech, Dr. Helena Hartmann und Prof. Ulrike Bingel die spannende Publikation.
Die Max Planck School of Cognition (MPScog) hat einen neuen Bewerbungszyklus eröffnet. Bis zum 1. Dezember 2024 können sich besonders begabte Studierende für eine der Stellen im PhD-Programm bewerben, das am 1.9.2025 beginnt. Die Stellen sind voll finanziert, d.h. die ausgewählten Forschenden erhalten ein Stipendium bzw. Gehalt. Betreut werden die Promovierenden von Fellows der MPScog, zu denen auch die Sprecherin unseres Sonderforschungsbereichs Treatment Expectation, Prof. Ulrike Bingel, gehört.
Für BewerberInnen mit medizinischem Abschluss und Interesse an einer wissenschaftlichen Laufbahn hat die MPScog zudem ein Clinician-Scientist-Programm aufgesetzt. Auch hier läuft die Bewerbungsphase für 2025 bis zum 1. Dezember 2024.
2021 hat eine Metastudie unter der Leitung von Prof. Ulrike Bingel von der Universität Duisburg-Essen ergeben, dass das Kleinhirn zu den Gehirnregionen gehört, die wesentlich für die Schmerzlinderung durch Placeboeffekte verantwortlich sind.
Jetzt hat eine Studie in der Zeitschrift „Nature“ genauere Hinweise dazu aus Versuchen an Mäusen geliefert: Forschende um Chong Chen von der University of North Carolina konnten zeigen, dass dabei die Nuclei pontis eingebunden sind. Das ist eine Region im Hirnstamm, die mit dem Kleinhirn verbunden ist.
Für einen Artikel im Fachportal „Fierce Biotech“ kommentiert Ulrike Bingel diese neuen Erkenntnisse.
Bei einer interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie (IMPT) arbeiten Fachleute wie Ärztinnen, Therapeuten, Gesundheitsberater oder Psychologinnen koordiniert zusammen, um Menschen mit chronischen Schmerzen zu helfen. Die Behandlung dauert zwei bis drei Wochen und findet in Deutschland meistens stationär statt.
Das könnte ein Fehler sein, wie ein Forschungsteam um Dustin Maser am Essener Rückenschmerzzentrum herausgefunden hat. Die Forschenden haben fast 600 RückenschmerzpatientInnen verglichen, die eine identische IMPT entweder stationär absolviert hatten oder täglich nur für die Behandlungen in die Klinik gekommen waren. Das Ergebnis: Die ambulante Form wirkte mindestens so gut wie die stationäre.
Schmerzen gehören für viele Krebskranke leider zum Alltag. Auf dem „WTZ Aktionstag“ zeigt das Westdeutsche Tumorzentrum den Betroffenen und ihren Angehörigen Perspektiven zur Unterstützung auf. Unter dem Motto „Leben mit Schmerz – Aktiv für einen besseren Alltag“ bietet der Aktionstag Vorträge und Aktionsangebote an diversen Informationsständen.
Große Auszeichnung für Julia Stuhlreyer aus Projekt A13 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Für ihre Promotion zum Thema „Klinische Implikation und Anwendung von Placebo-Effekten: Potential für das postoperative Schmerzmanagement“ hat sie den Early-Career-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und -Forschung DGPSF e.V. gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die großartige Arbeit, Julia!
Wie und warum wirken Placebo-Effekte? Und wie können wir sie nutzen, um Patientinnen und Patienten besser zu behandeln? Diesen Fragen geht die Journalistin Veronika Bräse in der Sendung „Radiowissen“ auf Bayern 2 nach – unter anderem im Gespräch mit Prof. Ulrike Bingel und Dr. Marcel Wilhelm aus unserem SFB:
Wie können Depressive es schaffen, ihrer Negativ-Spirale zu entkommen? "Man sollte in dieser Situation nicht auf sein Gefühl hören, das einem sagt: Ich kann das nicht, ich habe keine Kraft", sagt Prof. Meike Shedden Mora aus unserem SFB in der NDR-Sendung "Visite".
Sie weiß aus ihrer Erfahrung als Psychotherapeutin: "Das Gefühl zieht hinterher. Der erste Schritt ist, sich wieder eine Tagesstruktur zu machen, zu einer bestimmten Zeit aufzustehen und sich zu pflegen. Und was dann sehr viel hilft, ist Bewegung: Sport hilft bei Depressionen genauso gut wie Antidepressiva. Das kann auch erst einmal nur ein Spaziergang sein."
Chronische Kreuzschmerzen (engl. „Lower Back Pain“, LBP) gehen oft mit einem erheblichen Verlust an Lebensqualität einher. Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum unter Beteiligung von Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch aus unserem SFB hat nun die Rolle von Behandlungserwartungen in diesem schwierigen Krankheitsfeld untersucht. Das Ergebnis: Wenn die Betroffenen wenig Erfolg von einer neuen Therapie erwarten, wirkt diese signifikant schlechter. Auch eine depressive Stimmung wirkt sich negativ auf den Therapieerfolg aus – wobei das offenbar zumindest teilweise auf eine negative Behandlungserwartung zurückzuführen ist, die gerade Depressive oft zeigen.
Schmerztabletten, die viel zu schnell wirken. Läuse, die einen schon von der Eingangstür anzuspringen scheinen. Und ein Kater, der eigentlich keiner sein dürfte: Unser Alltag ist voller Placeboeffekte. Wir haben einige davon in einen kleinen Film zusammengestellt.
Den Link dorthin findet ihr in unserem aktuellen Newsletter – neben aktuellen News zu unserem neuen Patient Advisory Board, dem Science Communication Project und spannenden Forschungsergebnissen aus unserem SFB.
Hier könnt ihr ihn nachlesen – und euch am besten gleich für den nächsten anmelden:
Im März 2021 berichteten deutsche Medien erstmals über eine sehr seltene, aber gefährliche Nebenwirkung der damals häufig verabreichten AstraZeneca-Impfung: In sieben von 1,7 Millionen Fällen waren nach der Impfung Sinusvenenthrombosen aufgetreten.
Kurz nach den Medienberichten fiel der Neurologin Dr. Livia Asan und ihren Kollegen auf, dass viel mehr Menschen in die Notaufnahme des Essener Universitätsklinikums kamen, die nach einer AstraZeneca-Impfung über sehr starke Kopfschmerzen klagten. In einer rückblickenden Studie konnte Asan nun zeigen, dass in den fünf Wochen nach den Berichten fast dreimal so viele Fälle auftraten wie in den Wochen zuvor. (Hier geht's zur Zusammenfassung.) Zum Glück stellte sich kein einziger davon tatsächlich als Sinusvenenthrombose heraus.
Im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt den medieninduzierten Nocebo-Effekt genauer:
Wir suchen ProbandInnen für unsere aktuelle „Capsaicin Schmerzstudie 4“! Interesse? Dann meldet Euch für einen individuellen Studientermin bei unserem Studientelefon oder per Email:
0201/ 723–2439
neurologie.studien@uk-essen.de
Mehr Info im Flyer zu Studie:
Es ist ein wichtiges Ritual in der akademischen Welt: Seit Jahrhunderten laden frisch Habilitierte zu Beginn ihrer Lehrtätigkeit zu einer öffentlichen Antrittsvorlesung ein. Mit Dr. Katharina Schmidt und Dr. Julian Kleine-Borgmann haben nun gleich zwei Forschende aus unserem SFB diesen Schritt getan.
Die beiden gaben ihrem Publikum dabei einen Einblick in wichtige Ergebnisse ihrer Forschungstätigkeit: Wie wirken sich die Erwartungen von Patientinnen und Patienten in der Schmerzmedizin aus? Und wie können wir dieses Wissen Erwartungen so nutzen, dass Therapien besser wirken? Diese Fragen sind ebenso wichtig wie aktuell.
Noch einmal herzlichen Glückwunsch zur Habilitation, Kathi und Julian!
"Es ist wichtig, dass wir als Behandelnde uns unserer eigenen Erwartungen bewusst sind und wie diese den Behandlungsverlauf beeinflussen", sagt Prof. Dr. Ulrike Bingel in einer neuen Folge des "Pneumo-Podcasts" von Boehringer Ingelheim: Wenn man sich etwa mit einer neuen Behandlung unwohl fühle, sei es sinnvoll, die Patientin oder den Patienten zu jemandem mit mehr Erfahrung weiterzuverweisen. Denn die eigene Unsicherheit könne ansonsten den Therapieerfolg einschränken.
Wie Erwartungen in der Medizin allgemein und speziell in der Lungenheilkunde wirken und was PneumologInnen tun können, um Therapien zu verbessern, bespricht Ulrike Bingel mit dem Kölner Lungenfacharzt Dr. Justus de Zeeuw.
Eine spannende Dreiviertelstunde, anzuhören unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und podimo.com.
Wenn wir uns in einer für uns neuen Situation befinden, versucht unser Gehirn den weiteren Ablauf vorherzusehen. Trifft diese Vorhersage nicht zu, passt das Gehirn seine Annahme an und trifft eine neue Vorhersage. Dieser Kreislauf ist Teil des sogenannten Verstärkerlernens und wirkt sich erheblich darauf aus, wie wir uns in unbekannten Situationen verhalten.
Dana Huvermann, Doktorantin in der Arbeitsgruppe Experimentelle Neurologie von Prof. Dr. med. Dagmar Timmann-Braun, konnte zeigen, dass das Kleinhirn wesentlich am Verstärkerlernen beteiligt ist – eine recht neue Erkenntnis, die nun durch Huvermanns Arbeit untermauert wurde. Dafür hat sie einen Posterpreis auf dem diesjährigen „Psychologie und Gehirn“-Kongress in Hamburg gewonnen.
Unseren herzlichen Glückwunsch!
Seit Jahrtausenden verbinden Heilende ihre Tinkturen, Wickel und Pflanzenextrakte gezielt mit Ritualen, um deren Wirksamkeit zu steigern. Heute wissen wir: Solche Rituale führen dazu, dass die Patientinnen und Patienten positive Erwartungen mit der Behandlung verknüpfen – und diese dadurch besser wirkt. Solche Plazebo-Effekte lassen sich auch in der heutigen Medizin nutzen.
Welche vielfältigen Mechanismen im Gehirn und Körper dabei ablaufen und wir sogar selbst Plazebo-Effekte nutzen können, um medizinische Behandlungen zu verbessern, erklärt Prof. Dr. Ulrike Bingel im Rahmen des Essener Wissenschaftssommers. Der kostenlose Vortrag findet am 8.6.2024 um 10 Uhr im Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen statt.
Gute Nachrichten: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert unseren Sonderforschungsbereich 289 (SFB/Transregio) für weitere vier Jahre mit insgesamt etwa 15 Millionen Euro. Das ist ein großer Erfolg für unsere Standorte in Essen, Marburg, Hamburg und künftig in Berlin – und eine wundervolle Bestätigung für die wissenschaftliche Arbeit unserer engagierten Forscherinnen und Forscher!
Berührungen tun uns gut. Aber entfalten sie auch einen therapeutischen Nutzen? Dieser Frage ist ein ein Forschungsteam unter Beteiligung unseres SFB/TRR 289 nachgegangen. Dabei konnten sie zeigen, dass Berührungen vor allem geeignet sind, um Schmerz, Depression und Angst zu lindern.
Interessant: Auf die Dauer des Kontaktes kommt es offenbar nicht an – vielmehr zeigten kürzere, aber häufigere Berührungen einen größeren Effekt. Und dafür genügt in manchen Fällen sogar ein Stofftier – oder ein Roboter:
Ohne Koffein geht morgens bei ihm nichts, dachte der Moderator Ralph Caspers, bis er eines Tages bemerkte: Seit Wochen schon trank er koffeinfreien Kaffee – und fühlte sich trotzdem wach davon.
Diese Anekdote nimmt Caspers in einer aktuellen Folge seiner Sendung „Quarks Dimension Ralph“ zum Anlass, der Wirkung des Placebo-Effekts nachzuspüren. Er stößt auf positive Erwartungen, auf Befürchtungen und auf das Thema Konditionierung – und das alles in wichtigen Forschungsergebnissen der Arbeitsgruppen von Prof. Manfred Schedlowski und Prof. Ulrike Bingel aus unserem SFB.
Ein sehenswerter Schnell-Einblick, jetzt auf YouTube:
Kürzlich wurde er Facharzt für Neurologie, jetzt ist er sogar habilitiert: Noch einmal herzlichen Glückwunsch, PD Dr. Julian Kleine-Borgmann!
Der Titel seiner Habilitationsschrift ist „Der Einfluss kognitiver Faktoren auf das Schmerzerleben, die funktionelle Beeinträchtigung und das Wohlbefinden bei Gesunden und Patient*innen“. Dafür hat er unter anderem erforscht, wie Placeboeffekte bei Menschen mit Migräne und chronischen Rückenschmerzen wirken und wie akute Schmerzen sich auf Denkprozesse wie das Arbeitsgedächtnis auswirken.
„Erfahrungen teilen, Mut machen, einander stärken“: Das ist das Motto des gemeinsamen Selbsthilfetags der Universitätsmedizin Essen und der LVR-Universitätsklinik Essen. Am Samstag, den 20.4.2024 können sich von Krankheiten Betroffene und ihre Angehörigen dort in Vorträgen, Workshops und Gesprächen austauschen und informieren.
Ein Team unseres Sonderforschungsbereiches klärt vor Ort über die Macht der Erwartungen auf: Mit Aktionen, Gesprächen und Info-Material zeigen wir Patientinnen und Patienten, wie sie selbst ihren Arztbesuch, ihre Therapie und sogar ihren Heilungsverlauf günstig beeinflussen können.
Das Teilprojekt A02 konzentriert sich darauf, mit so genannter funktioneller Magnetresonanztomografie Schmerzen im Gehirn sichtbar zu machen. Das Team um Prof. Dr. Christian Büchel kann dabei sogar schon erkennen, wie stark Versuchspersonen einen Schmerz erwarten, noch bevor dieser eintritt. Wie hängen diese Erwartungen damit zusammen, wie stark die Person den Schmerz anschließend empfindet? Dies ist eine der Fragen, die Büchels Team beantworten möchte.
Künstliche Intelligenz für die Hirnforschung: Dr. Tamás Spisák hat am Universitätsklinikum Essen eine neue Professor für prädiktive Neurowissenschaften angetreten – und bringt seine Forschung dabei auch in unseren SFB/TRR 289 „Treatment Expectation“ ein.
Spisák entwickelt mithilfe computergestützter Neurowissenschaften und KI so genannte Neuromarker. Das sind Daten über die individuelle Struktur und Funktionsweise unseres Gehirns, die Unterschiede zwischen Menschen deutlich machen. Ziel ist es, durch solche Neuromarker verschiedene Hirnphänotypen zu identifizieren, die bei der Diagnose oder Behandlung von Patientinnen und Patienten hilfreich sein können.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, Tamás Spisák!Ihre Forschung war ein Highlight unserer DFG-Begutachtung: Prof. Dagmar Timmann-Braun entschlüsselt mit innovativen Methoden die Arbeitsweise unseres Kleinhirns. Gerade hat sie für ihre bahnbrechenden Ergebnisse den Großen Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) e.V. erhalten – unseren herzlichen Glückwunsch dazu!
Ganz besonders freut es uns, dass Frau Timmann-Braun ihre Forschung zukünftig auch in den SFB/TRR 289 einbringen wird. Wie ist das Kleinhirn in Lernprozesse eingebunden? Wie wirkt sich das auf unsere Erwartungen und auf medizinische Behandlungen aus? Und welche Rolle spielen Fehlfunktionen des Kleinhirns für chronische Schmerzen? Nach Antworten auf solche Frage wollen wir zukünftig gemeinsam suchen. Willkommen im Team, Dagmar Timmann-Braun!
Puuuh, das war viel Arbeit – aber sie hat sich gelohnt: Die Gutachterinnen und Gutachter für unsere zweite Förderrunde bei der DFG haben uns ein hervorragendes Feedback gegeben. Vielen Dank an alle Mitwirkenden im SFB/TRR 289 für Euren Einsatz während der vergangenen Monate und in den letzten, stressigen Tagen!
Jetzt heißt es Daumen drücken für den Hauptausschuss, in dem wir gegen 44 andere Sonderforschungsbereiche antreten. Dank Euch sind wir dafür in einer ausgezeichneten Position!
Raus aus dem Elfenbeinturm: Unter dem Open-Science-Prinzip tauschen Forschende Wissen und Daten miteinander aus, um die Wissenschaft insgesamt besser voranzubringen. Gerade auch NachwuchswissenschaftlerInnen profitieren davon.
Dr. Helena Hartmann aus dem Projekt A01 unseres SFB ist in diesem Bereich besonders aktiv – und dafür jetzt mit dem „Open & Reproducible Science Price“ der Society for Social Neuroscience in der Kategorie „Human Social Neuroscience“ ausgezeichnet worden.
Sie ist Postdoctoral Researcher im Bingel-Lab und Wissenschaftskommunikatorin für unseren SFB. Nebenbei engagiert sie sich als Mit-Herausgeberin bei zwei wichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften, die Open Science fördern. Außerdem hat sie ein GitHub-Repository mit Forschungswerkzeugen und Ressourcen für Forschende namens „Awesome PhD“ erstellt und ist Teil von ARIADNE, einem wissenschaftlichen Navigator, der Forschenden durch den Ressourcendschungel hilft.
Beifall und vielen Dank!
Er ist ein echtes Essener Medizin-Eigengewächs, seit 2016 an der Klinik für Neurologie tätig, dazu Clinician Scientist im Bingel-Lab und nun endlich auch Facharzt für Neurologie: Herzlichen Glückwunsch, Dr. Julian Kleine-Borgmann!
In unserem SFB/TRR 289 forscht Kleine-Borgmann an den Auswirkungen kongnitiver Prozesse auf Schmerzen und an Open-Label-Placebos. Vielen Dank für den großen Einsatz, Julian!
Der Belgische Wissenschaftler Dr. Jonas Zaman hat einen Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung erhalten – unseren herzlichen Glückwunsch dazu!
Noch mehr freuen wir uns darüber, dass er den Preis nutzt, um als Gastwissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Ulrike Bingel am Universitätsklinikum Essen zu forschen. „An meiner Heimatuni in Leuven habe ich bisher untersucht, wie sich Emotionen und Verhalten körperlich und psychologisch ausdrücken. Bei Professorin Bingel möchte ich meine Forschung erweitern und mehr über die neurowissenschaftlichen Ursachen erfahren“, so Jonas Zaman. Zwei Jahre lang wird er im Bingel-Lab versuchen, mehr über Lernprozesse des Gehirns bei furchtbezogenen Schmerzen herauszufinden. Willkommen im SFB-Team, Jonas Zaman!
Es ist ein Dilemma: Patientinnen und Patienten müssen umfassend über Nebenwirkungen einer Therapie aufgeklärt werden; gleichzeitig kann die Sorge vor diesen Nebenwirkungen Nocebo-Effekte auslösen und die Wirkung der Therapie dadurch schwächen.
„Es kann ebenso schädlich sein, Patienten mit Informationen zu überfrachten, die Nocebo-Effekte auslösen, wie denjenigen Informationen vorzuenthalten, die eine umfassende Aufklärung benötigen“, kommentieren Katja Wiech und Ulrike Bingel einen Artikel in der Zeitschrift „Pain“. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu optimalen Behandlungsergebnissen könnte daher sein, die Informationen über Nebenwirkungen auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientinnen und Patienten abzustimmen – und dadurch Nocebo-Effekten zu vermindern.
Eine authentische und empathische Kommunikation kann die Erfolgschancen einer Physiotherapie erheblich verbessern. Patientinnen und Patienten mit ihren oftmals negativen Vorerfahrungen und Erwartungen sollten in ein therapeutisches Umfeld gelangen, in dem sie sich sicher und gut aufgehoben fühlen. So können sie dabei unterstützt werden, Vertrauen in die Therapie zu gewinnen.
Wie sich Behandlungserwartungen entstehen und wie sie sich speziell in der Physiotherapie auswirken, erklärt Prof. Ulrike Bingel in einem Fachbeitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „MSK – Muskuloskelettale Physiotherapie“.
Wer die ärztlichen Rat sucht, kommt mit seiner Biografie und Persönlichkeit, mit einer eigenen Geschichte aus Erfahrungen, Erwartungen und Lebensumständen in die Praxis. Als Patientin oder Patient zeigen wir trotzdem meist typische Verhaltensmuster. Die Kommunikation zwischen Behandelnden und Behandelten sollte diesen Typus berücksichtigen: Das kann einer Therapie zu größerem Erfolg verhelfen.
„Aus meiner Sicht ist es ideal, wenn man die Effekte des Medikaments und des Placebo-Effelts zusammenführt“, sagt Prof. Ulrike Bingel im Podcast „WDR 5 Quarks - Wissenschaft und mehr“. Wie die Erkenntnisse der Placebo-Forschung unsere moderne Medizin verändern und verbessern können, hört ihr in der Folge „Placebos - Wie viel Schlaf brauche ich? - Sprache“:
Wenn wir etwas nicht verstehen, fragen wir meist zuerst das Internet. Das gilt auch für unsere Gesundheit: Fast zwei Drittel der Deutschen konsultieren „Dr. Google“ vor einem Arztbesuch – und genauso viele noch einmal nach dem Termin, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlen. Doch längst nicht alle Gesundheitswebsites sind seriös.
In einem neuen Artikel auf unserer Website erklären wir, was man bei der Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet beachten sollte – und stellen einige Websites vor, denen man vertrauen kann:
„Die Wirkung von Placebos ist real und messbar“, sagt Prof. Ulrike Bingel in einem großen Artikel der Zeitschrift „Freundin“. Auf sieben Seiten umreißt die Redakteurin Barbara Sonnentag darin den aktuellen Stand der Placeboforschung – und spricht mit Ulrike Bingel darüber, wie jeder von uns Erwartungseffekte in der Gesundheit und im Alltag nutzen kann.
Den Artikel finden Sie in Ausgabe 13/2023 der „Freundin“ und auf unserer Homepage:
Verstärkung für unseren Sonderforschungsbereich: Prof. Meike Shedden-Mora bringt sich mit ihrer Forschung künftig in den SFB/TRR 289 ein. Die Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Medical School Hamburg beschäftigt sich mit einem besonders wichtigen Bereich der Placeboforschung: der Perspektive der Patientinnen und Patienten. Was beeinflusst die individuelle Erwartungshaltung von Menschen, und wie wirkt sich das auf körperliche Symptome in der Medizin aus? Wir freuen uns auf Antworten auf diese zentralen Fragen.
Willkommen im SFB-Team, Meike Shedden-Mora!
Covid-19 ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie sich Noceboeffekte über soziale Medien verbreiten. Dass Impfungen gegen Covid-19 unerwünschte Wirkungen haben können, ist bekannt. Aber solche Nebenwirkungen werden tatsächlich häufiger berichtet und als stärker beschrieben, wenn Menschen vor der Impfung in sozialen Medien negative Meldungen über Post-Impfreaktionen gesehen hatten.
Was Prof. Ben Colagiuri und andere über sozialen Medien und Nebenwirkungen einer Covid-19-Impfung herausgefunden haben, stellen wir in einem neuen Artikel vor:
"Manche Menschen neigen dazu, selbst positive Erfahrungen nachträglich so zu deuten, dass sie in ihr altes, düsteres Selbstbild passen. Sie sind gewissermaßen immun dagegen, ihr Denken dem Feedback anzupassen", berichten Dr. Marcel Wilhelm und Prof. Winfried Rief von der Philipps-Universität Marburg in ihrem Beitrag zur aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn und Geist. Anschaulich erklären sie, warum es gerade Depressiven häufig schwer fällt, offen für neue Erfahrungen zu sein und Erfolgserlebnisse anzuerkennen – und was das mit dem Konzept der "kognitiven Immunisierung" zu tun hat.
Wie findet man zuverlässige Gesundheitsinformationen im Internet? Und wie wirkt sich das, was wir im Netz an Informationen, aber auch an Berichten, Meinungen und Diskussionen lesen, auf unsere Erwartungen an eine Therapie aus? In unserem aktuellen Newsletter zeigen wir gute Quellen, die Ihnen weiterhelfen. Und wir informieren wie immer über wichtige und nützliche Neuigkeiten und Veranstaltungen für Patientinnen und Patienten aus unserem Sonderforschungebereich.
Hier können Sie den aktuellen Newsletter lesen oder und sich für die nächsten anmelden:
Menschen können Schmerzen sehr unterschiedlich erleben, weiß Privatdozentin Dr. Regine Klinger. Faktoren wie Aufmerksamkeit und Angst, Informationen und Vorerfahrungen haben einen erheblichen Einfluss auf das individuelle Schmerzempfinden. Als Psychologische Leiterin des Bereichs Schmerzmedizin und Schmerzpsychologie der Anästhesiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beschäftigt sich Klinger täglich mit der Frage, wie die behandelnden Personen diese Faktoren positiv beeinflussen können. Denn: „Eine positive Behandlungserwartung kann die Selbstwirksamkeit von Patientinnen und Patienten stärken und maßgeblich zur Schmerzlinderung beitragen“, so Klinger.
„In vielen Bereichen der Alternativmedizin ist die Kommunikation mit den Patienten enorm“, erklärt Prof Dr. Ulrike Bingel in einem aktuellen Interview im WDR-Podcast "Quarks Science Cops“. „Und das ist natürlich ein Pfund, mit dem Sie viel bewirken können“. Denn die Wirkung einer Therapie setzt sich immer zusammen aus dem Effekt der eigentlichen Behandlung und den Placeboeffekten, die aus der Art und Weise resultieren, wie die Patientin oder der Patient behandelt worden ist. „Aber welcher Schulmediziner spricht denn eine Stunde mit seiner Patientin?“, fragt Bingel: „In unserer klassischen Medizin haben wir das Sprechen ein bisschen verlernt.“
Eine Dreiviertelstunde lang diskutiert Ulrike Bingel in der aktuellen Folge des beliebten Podcasts mit den Moderatoren darüber, weshalb Placeboeffekte keine Einbildung sind, welche erstaunliche Macht sie haben können und was unsere Medizin daraus lernen sollte. Ein spannender Überblick über den Stand unserer Forschung und unseres Wissens – jetzt überall, wo es Podcasts gibt, und auf YouTube:





































































































































